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Mattia Cason gibt nicht auf. © Privat

Kader-Rausschmiss, was nun?

Es ist das Horrorszenario in der Karriere eines jungen, aufstrebendes Talentes: Der Ausschluss aus der Nationalmannschaft. SportNews hat bei einem betroffenen Athleten nachgehakt und gefragt, welche Auswirkungen dies hat, was ein Ausschluss in finanzieller Hinsicht bedeutet und ob der Weg zurück in Kader möglich ist.

Wegen der Corona-Krise rechnen Unternehmen über den gesamten Globus mit großen Einbußen. So auch der italienische Wintersportverband FISI, der notgedrungen zu Sparmaßnahmen gezwungen ist. Deshalb wurde die Anzahl der Mannschaften sowie deren deren Größe deutlich reduziert. Leidtragende sind die Ski-Asse, die im abgelaufenen Winter nicht die gewünschten Leistungen erbracht haben.

Verpatzte Saison führt zu Ausschluss
Einer davon ist der 20-jährige Lajener Mattia Cason, der im letzten Winter noch der Europacup-Mannschaft angehörte. Weil dessen erste Saison im Europacup weder aus seiner Sicht noch aus jener des Verbandes zufriedenstellend war, schien er bei der Bekanntgabe der Mannschaften im Frühjahr in keinem Kader auf. Eine Entscheidung, die Cason erstmal schlucken musste.

Mattia Cason am legendären Hundschopf. © Instagram


Der größte Unterschied im Vergleich zu einem Kader-Athleten sind die Trainingsmöglichkeiten: Denn während Nicol Delago & Co. schon seit Ende Mai auf dem Stilfser Joch den Berg hinab fahren, herrscht bei Cason große Ungewissheit, ob er in diesem Sommer überhaupt auf Schnee trainieren kann. „Es sieht danach aus, als ob sie auf dem Stilfser Joch Ende des Monats die Hotels öffnen würden“, meint Cason. Dies sei die Hauptvoraussetzung, wollen auch die Sportgruppen in Südtirols höchstem Skigebiet ihre Trainingszelte aufschlagen. „Ich lehne mich aber nicht zu weit aus dem Fenster. Denn was würde passieren, wenn eine Coronavirus-Infektion bei jemanden nachgewiesen wird?“, sorgt sich der Speed-Spezialist.
Athleten müssen tief in die Tasche greifen
Ein anderer, nicht zu unterschätzender Aspekt betrifft den Kostenaufwand. Zwar werden die Vorbereitung und die nationalen Rennen von der Sportgruppe übernommen, dafür würden aber bei Europacup- oder FIS-Rennen im Ausland hohe Kosten anfallen. Außerdem darf der Südtiroler zu den Rennen im Ausland nicht von den eigenen Trainern der Sportgruppe begleitet werden und ist darüber hinaus bei der Anreise auf sich alleine gestellt.

Nichtsdestotrotz meint Cason, dass es möglich sei, sich in die Nationalmannschaft zurückzukämpfen. „Einfach ist dies allerdings nicht, da man mit einem beträchtlichen Trainingsrückstand in die Saison eingreift.“ Er wird aber alles in seiner Macht stehende tun, um dies zu schaffen.

Autor: leo

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