L Ski Alpin

Sofia Goggia zeigte eine spektakuläre Fahrt.

Kamikaze pur: Goggia begeistert in Cortina

Sie war die große Favoritin für die Abfahrt in Cortina d’Ampezzo und hat dem Druck schlussendlich auch standgehalten: Sofia Goggia gewann am Samstag ihr bereits sechstes Rennen in dieser Saison – und das auf beeindruckende Weise.

Von:
Thomas Debelyak

In der vergangenen Saison erlebte Sofia Goggia einen der schwersten Momente ihrer Karriere: Die Bergamaskin befand sich in einer atemberaubenden Form, da verletzte sie sich unmittelbar vor der Ski-Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo so schwer, dass sie die Heim-Titelkämpfe verpasste. Nun aber folgte die späte Revanche: Beim Weltcuprennen auf der wegen des starken Windes verkürzten Tofana-Strecke war Goggia nicht zu schlagen und holte sich ihren sechsten Sieg in dieser Saison, den vierten in der Abfahrt.


Die Fans im WM-Ort von 2021 bekamen dabei Sofia Goggia „at it’s best“ zu sehen. Die 29-Jährige fuhr von Beginn an volles Risiko, stellte ein Mal fast quer und schied ein weiteres Mal beinahe aus – doch auf der anderen Seite war die Azzurra vom Tempo, von der Aggressivität, von der Linie her in einer eigenen Liga.

Goggia kann es selbst kaum glauben
Der Kamikaze-Stil hat sich jedenfalls ausgezahlt, denn am Ende war Goggia 20 Hundertstelsekunden schneller als die bis dahin führende Ramona Siebenhofer. Im Ziel konnte es die Italienerin selbst kaum fassen, dass diese doch fehlerbehaftene Fahrt für Platz 1 – und schlussendlich auch für den Sieg – reichte. Die Olympiasiegerin holte so ihren insgesamt 12. Abfahrtssieg und zieht mit der Grödnerin Isolde Kostner gleich.

Ramona Siebenhofer landete auf Platz 2. © APA/afp / JURE MAKOVEC


Dem Führungsduo wurde anschließend nur einmal kurz angst und bange, nämlich als Ester Ledecka ihre Fahrt in den Ampezzaner Dolomiten abspulte. Die ehemalige Weltklasse-Snowboarderin schob sich mit Startnummer 17 noch auf Platz 3 und verdrängte die Schweizerin Corinne Suter auf den ungeliebten vierten Rang.
Delagos in den Top 20
Für die weiteren Azzurre, die in dieser Saison im Speed-Bereich im Kollektiv so stark sind, gab es dieses Mal nichts zu holen. Federica Brignone (Platz 19) erlebte eine Schrecksekunde, als sie bei hohem Tempo beinahe zu Sturz kam und auch Elena Curtoni konnte nicht an die gute Form der letzten Wochen anschließen (Platz 14). Ihr liegt aber ohnehin der Super-G mehr.

Platz 20 für Nadia Delago. © APA/afp / JURE MAKOVEC


Nicol Delago hatte auf der technisch anspruchsvollen Strecke ihre Mühe und belegt zeitgleich mit Curtoni den 14. Platz. Damit war sie 14 Hundertstel schneller als ihre Schwester Nadia, die nach ihrem sensationellen vierten Platz in Zauchensee dieses Mal mit Rang 20 Vorlieb nehmen musste.

Am Sonntag steht in Cortina d’Ampezzo noch ein Super-G auf dem Programm. Gestartet wird um 11.45 Uhr. Ob es dann die nächste Sofia-Goggia-Show gibt?

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