L Ski Alpin

War am Sonntag nicht aufzuhalten: Marco Odermatt. © APA/afp / DIMITAR DILKOFF

Marco Odermatt rast mit Husarenritt zur Goldmedaille

Schneefall, schlechte Sicht, viele Ausfälle – allen Widrigkeiten zum Trotz entschied Marco Odermatt einen denkwürdigen Riesenslalom für sich. Für Luca De Aliprandini setzte es indes eine große Enttäuschung.

Im Schneetreiben von Yanqing krönte sich Odermatt zum Olympiasieger im Riesenslalom. Der Schweizer ließ sich in der Entscheidung seine historische Chance nicht nehmen und distanzierte Zan Kranjec um 0,19 Sekunden auf den zweiten Rang. Der Slowene hatte zuvor zu einer verrückten Aufholjagd angesetzt und raste von Platz 8 zu Silber. Bronze ging an den abgeschlagenen Franzosen Mathieu Faivre (+1,34).


Luca De Aliprandini erfuhr indes eine große Enttäuschung. Der Nonsberger befand sich mit nur 49 Hundertstel Rückstand auf Odermatt noch in Schlagdistanz zu den Medaillen. Der Azzurro schied aber bereits nach nur wenigen Toren aus. Mit Joan Verdu gab es hingegen eine Kuriosität zu verzeichnen. Der Techniker aus Andorra kämpfte sich mit einer ansehnlichen Leistung auf den 9. Rang.

Odermatt krönt herausragende Saison
Mit vier Siegen aus fünf Riesentorläufen ging Marco Odermatt als haushoher Favorit in die Entscheidung von Peking. Nach seiner großen Enttäuschung in der Abfahrt (7.) und im Super G (DNF) folgte nun das verdiente Edelmetall. Für den Schweizer ist es gleichzeitig auch die erste Medaille bei einem Großereignis.

Die Erleichterung bei Odermatt war groß. © APA/afp / DIMITAR DILKOFF

Bei Zan Kranjec flossen angesichts seiner herausragenden Aufholjagd ebenso die Tränen. Nach dem herzzerbrechenden 4. Rang bei den Olympischen Spielen von PyeongChang gelang dem Slowenen nun ebenso die lang ersehnte Medaille bei einem Großereignis.
Widrige Bedingungen setzten Athleten zu
Im zweiten Durchgang wurde der Skisport seiner Definition als Freiluftsport mehr als nur gerecht. Zunächst aufgrund heftigen Schneefalls verschoben, entwickelte sich die Entscheidung um die Medaillen im Riesenslalom zu einem wahren Abenteuer für die Athleten. Die Mischung aus Kunst- und Neuschnee sorgte an einigen Schlüsselstellen für unerwartete Glätte. Besonders die ersten Athleten hatten mit diesen Bedingungen zu kämpfen, zumal das flache Licht ebenjene Tücken nahezu unsichtbar machte.

Feller hatte mit den Bedingungen ordentlich zu kämpfen. © ANSA / Guillaume Horcajuelo

Insgesamt 41 Läufer mussten sich am Sonntag den Verhältnissen geschlagen geben und schieden aus. Einige Athleten ließen angesichts dieser Umstände ihrem Frust freien Lauf. Manuel Feller kritisierte die Veranstalter nach dem ersten Durchgang scharf. Der ÖSV-Läufer schied im zweiten Durchgang aus. Für die Herren geht es am Mittwoch weiter. Dann steht die Entscheidung im Slalom auf dem Programm (ab 3.15 Uhr).



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