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US-Superstar Mikaela Shiffrin hat mit einer besonderen Geste begeistert. © APA / EXPA/MICHAEL GRUBER

Shiffrin und die Geste eines wahren Champions

Mikaela Shiffrin ist die beste Skifahrerin der Welt, hat in ihrem Leben schon alles gewonnen – und zeigt trotzdem keinerlei Star-Allüren. Im Gegenteil: Eine Geste beim Weltcup in Lienz beweist, dass die US-Amerikanerin ein wahrer Champion ist.

Shiffrin legte beim Riesentorlauf von Lienz am vergangenen Samstag einen bärenstarken ersten Lauf hin und stellte die Bestzeit auf. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches, die Aktion danach aber schon. Nach den obligatorischen Interviews und dem Autogramme-Schreiben saß sich Shiffrin kurzerhand wieder in die Gondel und ließ sich zum Start bringen.

Tipps für die Teamkollegin
Hatte Shiffrin etwa etwas vergessen? Oder wollte sie sich noch einmal den Kurs für den zweiten, entscheidenden Lauf durch den Kopf gehen lassen? Nein! Die 24-Jährige fuhr zum Start, um ihrer Teamkollegin Tipps zu geben. Nina O’Brien war neben Shiffrin die einzige US-Amerikanerin in Lienz und ging mit der Nummer 35 ins Rennen. Bevor sie sich auf die Piste warf, bekam sie vom Superstar höchstpersönlich einen Kurs-Report samt Eindrücke von Shiffrin.

US-Youngster Nina O'Brien. © APA / EXPA/MICHAEL GRUBER


„Das war mega-hilfreich“, sagte O’Brien, die am Ende mit 3,52 Sekunden Rückstand ins Ziel kam und die Quali für den zweiten Lauf verpasste. „Leider konnte ich Mikaelas Tipps nicht ganz umsetzen, doch ich schätze wirklich sehr, was sie für mich getan hat.“

„Als ich in den Weltcup gekommen bin, fühlte ich mich nicht sonderlich verbunden mit meinen Mannschaftskolleginnen, weil sie alle 10 Jahre älter waren als ich.“
Mikaela Shiffrin

Eine besondere – und vor allem nicht selbstverständliche – Geste von Shiffrin war das in der Tat. Für die 64-malige Weltcupsiegerin ist so etwas aber ganz normal. „Ich will, dass meine Teamkollegen auch erfolgreich sind. Ich weiß, wie herzzerreißend es ist, wenn du dein bestes gibst, die Top 30 aber oft verpasst“, so Shiffrin. Ihre Teamkollegin O’Brien war bisher bei 28 Weltcuprennen am Start, fuhr aber nur 5 Mal in die Punkteränge.

Shiffrin ist der Superstar der Ski-Szene. © APA / EXPA/MICHAEL GRUBER


Es gibt aber auch einen anderen Grund, warum Shiffrin die Nähe zu ihren Teamkolleginnen sucht. „Als ich in den Weltcup gekommen bin, fühlte ich mich nicht sonderlich verbunden mit meinen Mannschaftskolleginnen, weil sie alle 10 Jahre älter waren als ich. Keiner hat so richtig auf mich geschaut. Deshalb war es damals für mich ungemein wichtig, meine Mutter dabei zu haben“, erklärt der Superstar.

Eines ist jedoch klar: Mit dieser Geste hat Mikaela Shiffrin bewiesen, dass sie ein wahrer Champion ist. Auch, weil sie das Rennen danach auch noch souverän gewonnen hat.

Autor: det

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