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Stian Saugestad hat seine Karriere beendet. © AFP / CHRISTOF STACHE

Ski-Profi zieht Schlussstrich: „Erkenne jetzt, wie verrückt ich war“

Der norwegische Verband muss den Gürtel wegen der Corona-Krise enger schnallen. Deshalb finden sich auch einige Athleten nicht mehr in der Nationalmannschaft wieder – und das bedeutet für viele zwangsläufig das Karriereende.

So auch für Speed-Spezialist Stian Saugestad. Der Speed-Profi wäre in der kommenden Saison zum wiederholten Male nicht in Norwegens Aufgebot gestanden. Deshalb hat er sich entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen. Im Weltcup-Geschehen spielte der 27-Jährige keine große Rolle (die beste Platzierung ist ein 11. Rang), trotzdem dürfte er dem einen oder anderen Südtiroler Ski-Fan ein Begriff sein: Seine beiden Europacup-Siege feierte Saugestad nämlich 2016 und 2018 im Sarntal.


„Was war das für eine Reise“, beginnt Saugestands amüsante Verabschiedung auf Instagram. „Ich habe es vom 15-Jährigen aus Oppdal hinauf zum Kampf gegen die Weltelite bei den brutalsten Abfahrten in Kitzbühel und Wengen geschafft. Und wenn ich jetzt meine Karriere beende, erkenne ich, wie verrückt ich eigentlich war. Wenn du dich mit mehr als 140 km/h eine Piste runterwirfst, ausgestattet nur mit einem dünnen Anzug und einem Helm, ist das ein Adrenalinstoß, den man ansonsten lange suchen muss.“

Schweren Sturz von Bormio als Knackpunkt
Saugestad galt als Talent, das vor 2 Jahren einen Rückschlag erlitten hatte, der den weiteren Karriereweg entscheidend beeinflusst hat. In Bormio ist er so schwer gestürzt, dass er kurzzeitig bewusstlos war und mit dem Helikopter abtransportiert werden musste. Ein Sturz, von dem er sich nie mehr richtig erholen konnte. „Leider ist es mir nach diesem Sturz nicht mehr gelungen, einen Angriff in Richtung Weltelite zu starten“, so Saugestad, der weiter erklärt: „Ich habe meine Möglichkeiten erhalten und mein Möglichstes getan, um all meine Ziele zu erreichen. Leider können nur wenige Menschen all ihre Ziele und Träume erreichen.“

Autor: det

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