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Sofia Goggia macht eine schwere Zeit durch. © Pentaphoto

Sofia Goggia: „Es läuten nicht einmal mehr die Totenglocken“

Der italienische Ski-Star Sofia Goggia berichtet in einem Interview über die dramatischen Geschehnisse in der Heimatstadt Bergamo.

Goggia ist eine waschechte Bergamaskin. In den letzten Wochen ist ihre Heimatstadt zum italienischen Epizentrum der Corona-Pandemie geworden. Die Bilder, in denen die Särge der Corona-Toten vom Militär aus Platzmangel aus der Stadt gebracht werden mussten, gingen um die Welt. Auch für Goggia ist es eine sehr schwierige Zeit, die sie zurzeit durchmachen muss.

„Seit einigen Tagen läuten nicht einmal mehr die Totenglocken“, beschreibt sie die dramatische Situation gegenüber der Gazzetta dello Sport. „Als hier alles ausgebrochen ist, war ich noch am Meer. Bei meiner Rückkehr habe ich mich sofort in Quarantäne begeben. Die Kälte, die Angst auf den Straßen ist spürbar. Die Stille wird nur von den Sirenen der Ambulanz gebrochen.“

Goggia selbst geht es gut, genauso wie ihrer Familie. „Gott sei Dank habe ich noch nie ein Telefonat mit der Notiz, dass ein Verwandter gestorben ist, bekommen. Meine Eltern haben dagegen schon einige Bekannte verloren“, erklärt die Abfahrts-Olympiasiegerin.

Vonn & Co. sind besorgt
In dieser schwierigen Zeit hilft man sich auch in der Ski-Familie. „Lindsey Vonn ist sehr besorgt, sie hat mir geschrieben, wie es mir geht. Auch von der Österreicherin Tamara Tippler habe ich eine Nachricht bekommen. Auch mit den Fanchini-Schwestern, die ebenfalls in einer sehr betroffenen Zone leben (Provinz Brescia, Anm. d. Red.), stehe ich in Kontakt“, so Goggia.

Die Bergamaskin, die heuer aufgrund eines Armbruchs ab Anfang Februar keine Rennen mehr bestritten hat, verbringt den Tag in den eigenen 4 Wänden. „Ich putze jeden Tag das Haus, lese und schreibe. Auch mit meinen Nachbarn rede ich viel – natürlich immer unter Einhaltung des Abstandes. Zudem höre ich mich mit vielen Personen, die mir wichtig sind.“ In der Hoffnung, dass diese schwierige Zeit bald zu Ende ist.

Autor: det

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