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Sofia Goggia spielte mit dem Gedanken, die Ski an den Nagel zu hängen. © Pentaphoto

Sofia Goggia gesteht: „Wollte aufhören“

Noch bevor das Coronavirus den Ski-Weltcup vorzeitig stoppte, war die Saison für Sofia Goggia aufgrund eines heftigen Sturzes und einer daraus resultierenden Armverletzung zu Ende. Jetzt hat die 27-Jährige ein Interview gegeben, in dem sie private Einblicke gewährt.

Betrachtet man die nackten Zahlen, so kann man den abgelaufenen Winter der Abfahrts-Olympiasiegerin Goggia keineswegs als Seuchensaison bezeichnen. Ein Sieg und ein zweiter Rang werden den Ansprüchen der erfolgsverwöhnten Bergamaskerin allerdings nicht gerecht. Zudem musste sie zusehen, wie Federica Brignone ihr den Rang als Italiens Nummer 1 klar und deutlich ablief. „Der turbulente Winter entstand aus dem Mangel an bestimmten Dingen: Ich war ein Auto mit platten Reifen“, meint Goggia in einem Interview mit dem Corriere della Sera.

„Konstant ist nur meine Inkonstanz“
Die Probleme hätten ihrer Meinung nach schon in der Saisonvorbereitung begonnen. „Die Krise ist nicht die Schuld von diesem oder jenem: Was einem Menschen schadet, kommt nie von außen, sondern es ist etwas, das von innen nach außen geht.“ Diese mentale Krise hätte zu vielen Aufs und Abs geführt. Goggia sagt, „es ähnelt einem Déjà-vu, Konstant ist nur meine Inkonstanz.“


Sofia Goggia greift neu an. © Pentaphoto


Es ging sogar so weit, dass sie das Karriereende in Erwägung zog: „Ich hatte keine Freude an dem, was ich tat. Je mehr ich versuchte dagegen anzukämpfen, desto mehr entfernte ich mich vom Ziel. Letztendlich hatte ich nur zwei Möglichkeiten: entweder aufzuhören oder neu anzugreifen. Ich habe den zweiten Weg gewählt“, erzählt Goggia, die die vielen Stürze, auch jenen in Garmisch, bei dem sie sich eine Armverletzung zuzog, auf ihre labile mentale Verfassung zurückführt: „Die Instabilität auf den Skiern spiegelte jene meiner Seele wider.“
„Shiffrin ist Shiffrin, sie kann alles“
Abschließend ließ sich die extrovertierte Italienerin noch zu einer amüsanten Aussage bezüglich ihrer Konkurrentin Mikaela Shiffrin hinreißen: „Shiffrin ist Shiffrin, sie kann alles: sie singt und trifft jeden Ton; spielt Instrumente und kann es auf Anhieb; liest auf Griechisch und versteht es. Und wenn sie Ski fährt, ist sie wie eine Geige. Wenn ich fahre, ist es dagegen wie Rock’n’Roll“, scherzt Goggia.


Autor: leo

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Kommentare (1)

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hermann zanier [melden]

Es wäre jammerschade, wenn Goggia aufhören würde, als Schifahrerin und als Mensch

14.05.2020 08:35

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