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Aleksander Aamodt Kilde gewann die Kitzbühel-Abfahrt. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Teufelskerl Kilde und zwei Oldies strahlen vom Kitz-Stockerl

Das Südtiroler Wunder blieb dieses Mal aus, dafür sorgten andere Protagonisten für die große Show in der zweiten Abfahrt von Kitzbühel. Allen voran Aleksander Aamodt Kilde, der groß auftrumpfte.

Aleksander Aamodt Kilde ist ein Teufelskerl. Am Donnerstag brach sich der Norweger im Training die Hand, am Freitag schrammte er in der ersten Abfahrt „ganz knapp an einer Katastrophe vorbei“, wie er seinen Beinahe-Sturz betitelte. Und am Samstag? Da fuhr der 30-Jährige in seiner unnachahmlichen Art zum Sieg, seinem zweiten in Kitzbühel und seinem insgesamt siebten in dieser Saison. „Oft ist es besser, mehr mit Kopf und weniger mit Kraft zu fahren“, sagte der Skandinavier nach dem Rennen im ORF.


In Kitzbühel war wieder einmal alles angerichtet für eine große Ski-Party. 45.000 Fans pilgerten zum Samstagsrennen, dem absoluten Höhepunkt der Hahnenkammwoche. Das Wetter war zwar nicht kaiserlich, denn es schneite ordentlich, doch die Bedingungen waren mehr oder weniger fair. Für die erste Duftmarke sorgte der US-Amerikaner Travis Ganong (34), der mit Startnummer 4 eine Bestzeit aufstellte, die lange Zeit von keinem angetastet wurde. Bis schließlich Johan Clarey mit Nummer 12 aus dem Starthaus ging. Der 42-jährige Routinier zeigte, dass er es immer noch drauf hat und schnappte sich mit einer Zauberfahrt die Führung. Sollte es in seinem 235. Weltcuprennen zum ersten Sieg reichen?

Johan Clarey wurde Zweiter – und das mit 42 Jahren. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT


Nein, denn es stand noch Kilde oben. Dieser fuhr der Konkurrenz um die Ohren. Obwohl die Piste wegen des stärker werdenden Schneefalls theoretisch hätte langsamer werden sollen, baute Kilde seinen Vorsprung kontinuierlich aus und passierte die Ziellinie schließlich mit 67 Hundertstelsekunden Vorsprung. Eine Zeit, an die keiner mehr herankam, dieses Mal auch nicht die höheren Startnummern wie am Freitag, weil die Bedingungen wegen des Schneefalls keinesfalls besser wurden.

Kurios: Kilde stand mit zwei baldigen Ski-Rentnern auf dem Podest. Clarey hat angekündigt, dass nach dieser Saison Schluss ist und auch bei Ganong stehen die Zeichen ganz klar auf Abschied. Einer, der jetzt schon Ski-Pensionist ist, das ist Beat Feuz, der am Samstag sein letztes Rennen bestritten hat und dabei 16. wurde. Bitter für die Azzurri: Mattia Casse schrammte als Vierter um vier Hundertstelsekunden am Podest vorbei.

Schieder ist in der Weltspitze angekommen

Für die Südtiroler gab es dieses Mal kein Ski-Wunder, dafür wieder ein starkes Ergebnis von Florian Schieder. Der Sensationszweite vom Freitag, der erstmals in seiner Karriere in den Top 30 startete, machte eine ordentliche Fahrt ohne größeren Fehler und rangiert im Schlussklassement an 12. Stelle – das ist sein zweitbestes Weltcupergebnis. Man kann sagen: Der Kastelruther ist in der Weltspitze endgültig angekommen.

Florian Schieder heimste ein starkes Ergebnis ein. © APA / HANS KLAUS TECHT


Dominik Paris ging volles Risiko ein und war im oberen Teil pfeilschnell unterwegs. Die Südtiroler Ski-Fans durften auf einen Podestplatz hoffen, doch dann verpatzte der Ultner die Einfahrt zur Traverse und landete so nur auf dem 14. Platz. Christof Innerhofer wurde unterdessen 17. und erzielte so sein bestes Saisonergebnis.


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