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Voll fokussiert: Alex Vinatzer © Pentaphoto

Vinatzer vor Junioren-WM: „Man erwartet von mir den Sieg“

Alex Vinatzer ist bei der Junioren-Weltmeisterschaft im norwegischen Narvik Südtirols große Gold-Hoffnung. Ob er mit der laufenden Saison zufrieden ist, was er sich von der WM erwartet und warum er kurzzeitig an einen Verzicht gedacht hat, verriet er im SportNews-Interview.

Als der damals 18-jährige Alex Vinatzer vor 2 Jahren in Davos hinter einem gewissen Clement Noel Slalom-Silber gewann, war ein neuer Stern auf Südtirols Skihimmel geboren. Seine starken Leistungen verschafften dem Grödner sogar ein Ticket zu den Olympischen Spielen in PyeongChang. In der darauffolgenden Saison fuhr das Wolkensteiner Ausnahmetalent erstmals in die Weltcup-Punkteränge, belegte in Levi auf Anhieb den 11. Platz und erfüllte damit die an ihn gestellten, hohen Erwartungen. Auch bei der Junioren-WM im Fassatal hielt Vinatzer dem Druck stand und gewann auf überlegene Art und Weise Gold.

In Zagreb schlug Vinatzers große Stunde. © APA/afp / DAMIR SENCAR


In diesem Jahr avancierte das frühere Eishockey-Talent zu Südtirols besten Slalomläufer und erklomm in Zagreb sein erstes Weltcuppodest. „Ich bin mit dem Saisonverlauf natürlich hochzufrieden“, betont Vinatzer. „Das ausgerufene Saisonziel war es, in die Top 15 der Startliste vorzustoßen - und das ist mir gelungen.“
Lungenentzündung warf Vinatzer zurück
Im Winter verlief allerdings nicht alles nach Plan: Neben 4 Slalom-Ausfällen legte Vinatzer eine Lungenentzündung lahm. „Ich war 3 Wochen im Bett, konnte nicht trainieren, habe es in Chamonix aber dennoch versucht“, meint das Ski-Ass, das die Japan-Reise nach Naeba aufgrund der Krankheit nicht angetreten hatte.

„Letztendlich hatte ich Glück, dass ich nur bei einem Slalom nicht bei 100 Prozent war. Und auch, dass das Rennen in Japan dem Wetter zum Opfer fiel“. Mittlerweile ist Vinatzer wieder fit und bereitet sich in Pozza di Fassa mit der A-Nationalmannschaft auf die Junioren-WM vor. Seine Mitstreiter, darunter auch Tobias Kastlunger, seien bereits nach Norwegen aufgebrochen, er nehme erst am 8. März die lange Reise auf sich.
„Der Sieg wird von mir erwartet“
Alex Vinatzer
Im Slalom ist Vinatzer der Favorit schlechthin. Und er macht keinen Hehl daraus, dass auch für ihn nur der Sieg zählt: „Ich fahre nach Narvik, um zu gewinnen. Und glaube auch, dass der Sieg von mir erwartet wird“, sagt Vinatzer. Aber auch im Riesenslalom hegt er berechtigte Medaillenambitionen. Vor 2 Jahren in Davos schrammte er als Vierter nur knapp am Podest vorbei, letztes Jahr beendete er das Rennen nicht. „Ich habe wegen des dichten Rennkalenders nicht viel Riesenslalom trainieren können, dennoch strebe ich eine Top-5-Platzierung an - vor allem, wenn die Schneeunterlage hart ist“.
Reisestrapazen und Coronavirus zum Trotz
Im Gegensatz zu Norwegens Shooting-Star Lucas Braathen lässt der Südtiroler die Junioren-WM nicht sausen. Ob er vom Verband dazu gezwungen wurde? „Nein, ich wollte meinen Titel verteidigen“, erklärt Vinatzer, dem eine wahre Odyssee bevorsteht. Am 12. März steht der Riesenslalom auf dem Programm, tags drauf der Slalom. Und am 15. März steht Vinatzer im über 3300 Kilometer entferntem Kranjska Gora erneut am Start. „Natürlich hätte ich mir einen zusätzlichen freien Tag gewünscht, aber da muss ich durch“. Deshalb hat er auch kurzzeitig daran gedacht, die Junioren-WM auszulassen, sich dann aber doch dazu entschieden teilzunehmen.

Autor: leo

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