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Stefan Thanei wird künftig nicht mehr im Nationalteam der Skicrosser vertreten sein. © Pentaphoto

Aussortierter Skicrosser Thanei: „Ich bin nicht mehr erwünscht“

Die Meldung kam völlig überraschend – nicht nur für zahlreiche Wintersportfans, sondern auch für Stefan Thanei selbst. Der Skicrosser wurde für den Nationalmannschafts-Kader der neuen Saison nicht mehr berücksichtigt. Mit SportNews sprach der 36-Jährige über diese unerwartete Ausbootung.

„Diese Nachricht kam für mich schon sehr überraschend“, erklärt Thanei. „Klar macht man sich mit 36 Jahren Gedanken über ein Karriereende. Aber meine letzte Saison war ganz okay, zudem steht im nächsten Winter die Weltmeisterschaft auf dem Programm – das war für mich Grund genug, um noch ein Jahr dranzuhängen. Diesen Entschluss habe ich nach Ablauf der letzten Saison dann auch gefasst“, so der Burgeiser, der mit 68 Weltcuprennen der erfahrenste Athlet im italienischen Skicross-Team war und zudem amtierender Italienmeister ist.

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Stefan Thanei (rechts) ist amtierender Italienmeister.

Thanei hat also normal weiter trainiert und sich für die neue Saison fitgemacht. In der letzten Woche kam dann aber die bittere Nachricht, dass er nicht mehr benötigt wird. „Schon Anfang Juni habe ich die Notiz aufgeschnappt, dass möglicherweise ohne mich geplant wird. Als ich dann die offizielle Bestätigung bekam, war ich trotzdem sehr überrascht.“
„Der Grund? Ich bin zu alt“
Heute ärgert sich Thanei vor allem über die Art und Weise, wie diese Ausbootung zustande gekommen ist. „Wenn jemand nach der letzten Saison zu mir gekommen wäre und mit mir diese Angelegenheit besprochen hätte, wäre das okay gewesen. Allerdings hat sich bis heute kein Verantwortlicher bei mir gemeldet“, so der Vinschger. Die Begründung, warum er nicht mehr dabei ist, sei sein Alter. „Wenn einige junge Athleten nachkommen würden, würde ich nichts sagen. Das ist aber nicht der Fall. Außerdem waren meine Leistungen in der letzten Saison einigermaßen okay. Deshalb kam das alles für mich sehr überraschend.“

Wie es mit dem Skicrosser, der im September 37 Jahre alt wird, nun weiter geht? „Ich weiß es selbst nicht. Ich habe gehört, dass ich in der Nationalmannschaft nicht mehr erwünscht bin – egal in welcher Art und Weise. Demnächst werde ich mich mit meiner Sportgruppe, den Carabinieri, zusammensetzen. Sie haben mich immer unterstützt und waren über meine Ausbootung ebenfalls sehr überrascht“, erklärt Thanei, der die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben hat. „Natürlich – das Karriereende ist in dieser Situation nah. Aber wer weiß: Vielleicht lässt sich ja doch noch etwas machen.“

Autor: det

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