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Siegmar Klotz auf dem Kurs in Innichen. Dort fühlt sich der 32-Jährige besonders wohl. © Pentaphoto

Siegmar Klotz mit Ansage: „Die Jungen will ich putzen“

Nach einem schweren Sturz im Dezember 2018 musste Siegmar Klotz die vergangene Saison früh beenden. Jetzt ist Südtirols bester Skicrosser wieder fit und bereit für neue Herausforderungen. Ein Interview.

Ausgerechnet beim Heimweltcup in Innichen, auf den sich Siegmar Klotz (32) alljährlich am meisten freut („Die Strecke dort liegt mir besonders gut.“), hatte es ihn erwischt. Auf dem Weg ins Finale wurde der Pawigler bei einem Sprung von einem Konkurrenten gerammt – mit schwerwiegenden Folgen. Klotz zog sich eine Schambeinfraktur zu und fiel für den Rest der Saison aus. Jetzt ist der ehemalige Alpin-Weltcupskifahrer wieder fit, wie er im SportNews -Interview zu Protokoll gab.


Siegmar Klotz, wie geht es dir nach dem schweren Sturz vor einem knappen Jahr in Innichen?

Klotz: „Es geht mir sehr gut. Ich habe gar keine Probleme mehr, die Verletzung ist überhaupt nicht mehr zu spüren. Die Reha und das Aufbautraining sind voll nach Plan verlaufen.“


Du hast einen Großteil der vergangenen Saison verpasst. Kannst du einschätzen, in welcher sportlichen Verfassung du bist?

„So genau kann ich das noch nicht sagen, denn wir haben in den letzten Wochen wenig Vergleiche mit anderen Nationen führen können. Als wir zuletzt im Pitztal trainiert haben, habe ich allerdings gemerkt, dass ich auf einem recht guten Weg bin. Ich werde den Weltcup-Auftakt in Val Thorens dazu nutzen, um mich wieder an die Besten heranzutasten.“

„Um an der Starttechnik zu feilen, habe ich mir Geräte selbst zusammengebaut.“


Wie sah der Alltag in den letzten Monaten aus?

„Ich habe versucht, so viel wie möglich Skizufahren und habe im Frühjahr viel auf Schnee trainiert. Dazu das übliche Trockentraining, wo mein Schwerpunkt auf der Spritzigkeit lag. Ich habe mir daheim einige Geräte selbst zusammengebaut, vor allem um am Start zu feilen. Die Technik ist wichtig, daran habe ich mit Rollerblades gearbeitet.“


Das Skicross-Team hat Zuwachs bekommen, unter anderem von ehemaligen Alpin-Spezialisten. Was sind die Vor- und Nachteile?

„Der Vorteil eines Alpinen liegt darin, dass er gelernt hat, wie man den Ski gehen lässt und die Tore richtig anfährt. Das war es dann aber auch schon, denn die technischen Elemente, Sprünge oder der Start im Skicross sind totales Neuland. Es braucht schon viel Zeit, um das alles zu verinnerlichen.“

„Wenn die Jungen im Training schneller sind, dann haben sie immer eine Mordsgaudi.“


Wie fährt es sich mit den Jungen im Training?

„Ich finde es super, dass wir neue junge Skicrosser im Team haben. Es ist einfach so, dass die Jungen immer Vollgas geben und so können wir alle voneinander profitieren. Stoppen wir im Training die Zeit, dann pushen wir uns dadurch gegenseitig. Wenn die Jungen einmal schneller sind, dann haben sie immer eine Mordsgaudi und ich bin angestachelt. Denn klar ist, die Jungen will ich schon noch putzen (lacht) .“


Was sind die Ziele von Siegmar Klotz in der anstehenden Weltcup-Saison?

„Schwierig zu sagen, denn ich muss erst einmal schauen wo ich stehe. Klar wäre es schön, wenn ich dort anknüpfen könnte, wo ich vor der Verletzung war. Ein großes Ziel ist ein Podestplatz, das wäre schon super.“


Fragen: Christian Staffler

Autor: cst

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