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Dominik Zuech ist startklar für seine erste Skicross-Saison.

Südtiroler Ski-Talent wechselt Sportart: „Olympia ist mein Ziel“

Dominik Zuech zählte lange Zeit zu den größten heimischen Nachwuchshoffnungen im Alpinen Ski-Zirkus. Bis ins vergangenen Frühjahr versuchte er, an die Weltcup-Tür zu klopfen, die jedoch verschlossen blieb. Nun schlägt er einen neuen, deutlich rasanteren Weg ein.

„Du hast enormes Potenzial, bleib einfach dran“, diesen Rat hat Zuech in seiner Laufbahn unzählige Male gehört. In der Tat ging es für den Abfahrer aus Lana lange Zeit stetig bergauf. Bis in den Europacup schaffte er es, wo er 2018 in Reinswald als 13. sein bestes Ergebnis einfuhr. Dann war allerdings Endstation. „Ich war mehrere Jahre durch Verletzungen gehandicapt, habe aber immer 100 Prozent gegeben. Bis zum großen Sprung hat es einfach nicht gereicht“, sagt Zuech ganz offen, „Der Weltcup ist nochmal eine ganz andere Hausnummer als der Europacup, dorthin schaffen es nur wenige.“

In den Worten des Burggräflers steckt keinerlei Wehmut, vielmehr spricht er voller Begeisterung von seinem neuen Unterfangen, der Skicross-Disziplin. „Skifahren ist mein Leben, und das hier gibt mir nochmal zusätzliche Motivation, weckt richtig große Lust in mir.“

Dominik Zuech trainierte die vergangenen Wochen am Stilfserjoch.


Anders als in der alpinen Abfahrt oder im Super-G misst sich Zuech künftig nicht mehr ausschließlich an der Stoppuhr, sondern mit drei Konkurrenten, die gleichzeitig mit ihm die Sprünge, Wellen und Kurven hinunterjagen. „Ich habe im März mehr spaßhalber an einem Training teilgenommen und dort sofort die Leidenschaft für Skicross entdeckt“, erinnert sich Zuech, der im Sommer schließlich als 23-Jähriger den Wechsel zur Freestyle-Disziplin vollzogen hat.
Klotz und Thanei dienen als Vorbilder
Zuech ist längst kein Einzelfall, haben vor ihm doch bereits die langjährigen Ski-Weltcup-Athleten Sigi Klotz und Stefan Thanei den selben Sprung vollzogen. Beide kennt der Lananer bereits seit seiner Jugendzeit. „Thanei hat auch schon als Skicross-Trainer gearbeitet. Er hat mir immer wieder einen Wechsel nahegelegt. Ich bin sehr froh, dass ich mich zu diesem Entschluss durchgerungen habe, auch wenn mir eine schwierige Zeit bevorsteht.“ In der Tat muss er sich erstmal über den Europacup für einen der sechs Weltcup-Startplätze im italienischen Team empfehlen. Spätestens im nächsten Jahr will er dann die großen internationalen Rennen, wie jenes in Innichen, fahren.
„Ich habe wieder brutale Freude am Skisport“
Langfristig soll es für Zuech aber noch weiter hinaus gehen, wie er selbst verrät: „Ich stehe zwar noch ganz am Anfang, doch irgendwann lautet mein Ziel sicherlich Olympia. Das ist mein Traum.“ Die Chancen auf die Teilnahme an Winterspielen sind im Skicross zweifelsfrei größer, als in dem von Konkurrenz überschäumenden Alpin-Zirkus. Zunächst will der Jungspund, der nebenbei auf einem Bauernhof und in einer Skischule jobt, erstmal Erfahrung sammeln und „die brutale Freude am Skisport“ auf eine neue Art und Weise genießen.


Autor: alexander foppa

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