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Ryoyu Kobayashi ist der Weltcup-Führende im Skispringen. © APA/afp / VESA MOILANEN

Der erste japanische Tournee-Sieger seit 21 Jahren?

Am Wochenende beginnt die 67. Vierschanzentournee in Oberstdorf. Die Topfavoriten heißen Ryoyu Kobayashi, Kamil Stoch und Piotr Zyla. Der Wolkensteiner Alex Insam ist zum zweiten Mal bei einer ganzen Tournee dabei.

Ryoyu Kobayashi hat heuer seinen älteren Bruder Junshiro ebenso wie alle anderen Springer übertrumpft und vier der sieben Saisonbewerbe gewonnen. Dem 22-Jährigen gelingt der Übergang vom Absprung in die Flugphase perfekt. Bei seiner dritten Tournee will die Entdeckung der Saison in die Fußstapfen von Kazuyoshi Funaki treten. Der Olympiasieger hatte 1997/98 als bisher einziger Japaner bei dem Klassiker triumphiert.

Domen Prevc mag Kobayashi jedoch als warnendes Beispiel dienen. Der Slowene mit dem allerdings viel riskanteren Flugstil war vor zwei Jahren als vierfacher Saisonsieger an der Tournee-Favoritenrolle und dem Rummel um seine Person gescheitert. Er hat seither nicht mehr gewonnen.

Gibt es den dritten Sieg eines Polen in Serie?
Auch der Pole Zyla, vermisst das Gefühl eines Sieges seit langer Zeit. Der 31-Jährige hat zuletzt vier Weltcup-Podestplätze in Serie erreicht, sein bisher einziger Erfolg im Weltcup liegt allerdings fast sechs Jahre zurück. So gilt Kamil Stoch, hinter Zyla aktueller Weltcup-Dritter, als Nummer eins im polnischen Team. Dem Olympiasieger fehlt zwar im WM-Winter noch ein Erfolg, er kommt aber als frischgebackener Landesmeister und mit dem Selbstvertrauen des Tourneesiegers der zwei vergangenen Jahre nach Oberstdorf.

„Bei ihm weiß man, wenn der Tag X kommt, kann er den Schalter umlegen und dann macht er noch einen Schritt nach vorne“, hatte Trainer Stefan Horngacher schon vor dem Saisonauftakt erklärt. „König Kamil“, der 2017/18 den Grand-Slam (Siege auf allen vier Stationen) geschafft hatte, könnte mit einem weiteren Gesamtsieg den bisher einzigen „Hattrick“ des Norwegers Björn Wirkola (1966/67 bis 1968/69) einstellen. „Ich versuche ruhig zu bleiben. Ich bin glücklich mit der Situation, in der ich jetzt bin“, erklärte der Weltcupsieger.
Norwegen und Deutschland lechzen nach einem Tourneesieg
Norwegens Coach Alexander Stöckl hatte vor der Saison den Tourneesieg als eines der großen Ziele ausgegeben. Soll ein erster Erfolg unter dem Tiroler Olympiasieger-Trainer gelingen (zuletzt Anders Jacobsen 2006/07), bedarf es aber einer großen Steigerung. Johann Andre Forfang kommt immerhin als Saisonsieger und wie Robert Johansson als Top-8-Springer des Weltcups.

Die Deutschen springen einem Gesamterfolg beim ersten Saisonhöhepunkt schon seit 2001/02 (Sven Hannawald) hinterher. Der Oberstdorfer Karl Geiger präsentierte sich zuletzt als Sieger der Generalprobe in Engelberg in Topform, auch Stephan Leyhe springt stark. Beiden fehlt aber die Routine, mit dem Tournee-Rummel umzugehen. Andreas Wellinger zeigte sich bisher nicht in der Form des Vize-Weltmeisters und Normalschanzen-Olympiasiegers und Richard Freitag sprang weit hinterher.
Alex Insam bei seiner zweiten vollen Tournee
Bei der letztjährigen Vierschanzentournee startete Alex Insam zum ersten Mal bei allen vier Stationen, nachdem er 2016/17 nur in Innsbruck am Start war. Dabei überstand der Wolkensteiner dreimal die Qualifikation und konnte sich somit für den Wettkampf qualifizieren. Allerdings schaffte es Insam anschließend nie in den Finaldurchgang der besten 30. Dies soll sich aus Sicht des 21-Jährigen bei dieser Tournee ändern.

Das Programm der 67. Vierschanzentournee:
Auftaktspringen in Oberstdorf:
Qualifikation: Samstag 29.12. (16.30 Uhr)
Wettkampf: Sonntag 30.12. (16.30 Uhr)

Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen:
Qualifikation: Montag 31.12. (14 Uhr)
Wettkampf: Dienstag 01.12. (14 Uhr)

Bergiselspringen in Innsbruck:
Qualifikation: Donnerstag 03.01. (14 Uhr)
Wettkampf: Freitag 04.01. (14 Uhr)

Dreikönigsspringen in Bischofshofen:
Qualifikation: Samstag 05.01. (17 Uhr)
Wettkampf: Sonntag 06.01. (17 Uhr)

Autor: apa/dl

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