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Stehen in der Kritik: Stefan Kraft und die ÖSV-Skispringer. © APA / HELMUT FOHRINGER

Heftige Kritik an österreichischen Skispringern: Muss Trainer Kuttin gehen?

Jahrelang war Österreich die Skisprung-Nation Nummer eins. Mittlerweile sind aus den gefürchteten ÖSV-Adlern handzahme Spatzen geworden. Die Kritik an Cheftrainer Heinz Kuttin ist nicht neu. Nach den Olympischen Spielen könnte Schluss sein.

„Wir versuchen das Beste. Aber wenn es nicht kommt, dann kommt es nicht.“ In den Durchhalteparolen von ÖSV-Skisprung-Trainer Heinz Kuttin schwingt mittlerweile ein mächtiger Schuss Resignation mit. Der aktuelle Winter hat Spuren hinterlassen. Kaum Spitzenplätze im Weltcup, dazu das blamable Abschneiden bei der Vierschanzentournee.

Polen und Deutschland haben Österreich längst überholt


Kämpften die Österreicher früher gegen Norwegen um die Plätze, heißen die Konkurrenten mittlerweile Schweiz oder Japan. Nicht nur die Skandinavier sind dem ÖSV längst enteilt. Auch Teams wie Deutschland oder die skisprungverrückten Polen haben Rot-Weiß-Rot längst hinter sich gelassen. Dazu kommen die aufmüpfigen Slowenen, die im Gegenteil zu Österreich keine Nachwuchs-Probleme haben.

Schlimmer abgestürzt als die ÖSV-Adler sind nur die Finnen. Die haben seit Janne Ahonen und Matti Hautamäki überhaupt keine Siegspringer mehr hervorgebracht. So schlimm ist es in Österreich nicht, denn an guten Tagen können Michael Hayböck und Stefan Kraft noch immer in der Weltspitze mitmischen. Was früher die Regel war, ist mittlerweile die Ausnahme.

Präsident Schröcksnadel: „Keine Trainerdiskussion“


Skispringen ist etwas Spezielles. In keiner anderen Sportart ist die mentale Verfassung so wichtig. Geht es dem Springer gut, ist er erfolgreich. Ansonsten nicht. Das musste Gregor Schlierenzauer, der einer der Besten aller Zeiten ist, erfahren. Mit 20 Jahren war er ganz oben, jetzt wurde er nicht für das Einzelspringen auf der Großschanze nominiert.

Dass der Tiroler überhaupt in Südkorea ist, liegt am fehlenden Nachwuchs. Doch es kommt wenig nach und so bleibt Kuttin nichts anderes übrig, als auf Altbewährtes zu setzen. So will es auch der ÖSV, denn jede Trainerdiskussion erstickt Präsident Peter Schröcksnadel im Keim: „Es wird keine Schnellschüsse geben. Wir schmeißen den Kuttin nicht raus.“

Zumindest nach außen gibt sich der ÖSV als Einheit. Vielleicht meint es Schröcksnadel ehrlich mit Kuttin. Vielleicht will er aber vor der Heim-WM in Seefeld nicht noch eine Baustelle aufmachen. Zumal er mit den ganzen Missbrauchs-Skandalen seiner Alpin-Legenden genug zu tun hat.

Autor: cst

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