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Hier gab es noch keine Corona-Regelungen: Lara Malsiner klatscht ihre Fans ab. © Instagram

Lara Malsiner und Corona im Weltcup: „Ein großes Chaos“

Als Anfang März das Coronavirus Europa bereits fest im Griff hatte, war der Skisprung-Weltcup noch im vollen Gange. Erst in einem zweiten Moment wurde die Saison vorzeitig abgebrochen. Lara Malsiner erinnert sich im SportNews-Gespräch zurück.

Die 20-jährige Malsiner hat die beste Saison ihrer noch jungen Karriere hinter sich gebracht. Danach sah es zu Beginn des Winters allerdings nicht aus. Das hat auch einen Grund: Ihr Erfolgstrainer Romed Moroder, der sich noch immer um den Südtiroler Landeskader kümmert, wechselte im vergangenen Sommer nach einem Zerwürfnis mit dem italienischen Wintersportverband zum ÖSV, wo dessen langjähriger Weggefährte, Harald Rodlauer, das Sagen hat. Mit Janko Zwitter übernahm aber ein ebenso erfahrener Trainer das Ruder bei den Italienerinnen.

In Hinzenbach schlug Lara Malsiners große Stunde. © APA / GEORG HOCHMUTH


Nichtsdestotrotz blieb bis Anfang Jänner ein 16. Platz das beste Saisonergebnis von Malsiner. Anschließend wendete sich das Blatt. Nicht etwa, weil Malsiner etwas umgestellt hatte, sondern weil Moroder in einem Gespräch „es geschafft hat mich neu zu motivieren“, erklärt die Frau aus St. Jakob bei St. Ulrich. Den Höhepunkt des Winters feierte Malsiner in Hinzenbach – und das in zweierlei Hinsicht. Einerseits sprang sie als Dritte erstmals auf das Weltcup-Podest, anderseits waren in der österreichischen Ortschaft zum ersten Mal alle drei Malsiner-Schwestern (Lara, Manuela und Jessica) am Start.

Ein weiteres Highlight markierte die Bronzemedaille an der Junioren-Weltmeisterschaft in Oberwiesenthal. An deren Anschluss nahm das Corona-Chaos seinen Lauf. Mit ihrem Co-Trainer schaffte es Malsiner noch rechtzeitig, nach Norwegen zu reisen. Sie verpasste keinen Wettkampf der hoch dotierten Raw Air, da das Auftaktspringen in Oslo wegen schlechten Witterungsbedingungen nicht stattfinden konnte. Dieser wurde in Lillehammer nachgeholt. Und wie Malsiner berichtet, stand bis dorthin keine Absage in Raum.

Hatte zu Beginn der Saison mit ihrer Form zu kämpfen: Lara Malsiner © APA/afp / JOE KLAMAR


Erst in Trondheim, der dritten Raw-Air-Station, seien Diskussionen aufgekommen. „Zunächst wurde die Blue-Bird-Tour in Russland abgesagt, die Quali in Trondheim fand aber wie geplant statt“, betont die Grödnerin. „Auf einmal hat es dann geheißen, dass auch der letzte Wettkampf abgesagt wird und dass die Flughäfen noch am gleichen Abend schließen würden. Es war ein großes Chaos.“ Dies stellte sich als Falschmeldung heraus, denn sie und das gesamte Team flogen am nächsten Tag „in aller Ruhe nach München“. Auf der Heimreise wurden sie nicht auf Corona kontrolliert.

Über einen Monat ist Malsiner nun schon zu Hause. Nutzte sie die Zeit zu Beginn noch zur Regeneration, sowohl in körperlicher als auch in mentaler Hinsicht, so hat sie jetzt wieder mit dem Training begonnen. „Der Fokus liegt auf meine Ausdauer, um im Sommer besser an der Kraft trainieren zu können“, meint die Absolventin der Sportoberschule St. Ulrich abschließend.

Autor: leo

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