N Skispringen

Andreas Wellinger ist Olympiasieger. © APA/afp / FRANCK FIFE

Wellinger fliegt bei Chaos-Springen zu Gold

Was für ein chaotisches Springen von der Normalschanze und welch ein Triumph für Andreas Wellinger! Starke Böen und eisige Temperaturen machen den Springern schwer zu schaffen. Doch der Deutsche behält die Nerven und holt das erste deutsche Einzel-Gold seit 1994.

Andreas Wellinger ist in einem völlig chaotischen Skispringen zur Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang geflogen. Bei kaum zu kontrollierenden Windböen und Eiseskälte katapultierte sich der 22-Jährige auf der Normalschanze im Alpensia Park mit Schanzenrekord und 113,5 Metern im zweiten Durchgang noch vom fünften auf den ersten Platz.

Wellinger, der schon die ganzen Tage über in prächtiger Form war, siegte vor den beiden Norwegern Johann Andre Forfang und Robert Johansson, der ebenfalls Schanzenrekord sprang.

Absolutes Geduldsspiel


Wellinger behielt bei fast schon Olympia-unwürdigen Bedingungen die Nerven. Denn für die Springer war es ein absolutes Geduldsspiel. Immer wieder hatten die Athleten wegen der ständig wechselnden Winde warten und die Absprungluken wechseln müssen. Dazu kam die extreme Kälte. Minus zwölf Grad zeigte das Thermometer an, gefühlt waren es gar minus 21 Grad.

Das Springen wurde aufgrund der ständigen Hängepartie erst nach Mitternacht beendet, was ebenfalls grenzwertig war. FIS-Renndirektor Walter Hofer sorgte aber höchstpersönlich dafür, dass den Springern warm blieb und wickelte Decken um die Sportler, die oben an der Schanze warten mussten.

Besonders hart traf es Simon Ammann. Der Doppel-Olympiasieger von 2002 und 2010 musste gleich sechs Versuche unternehmen, ehe er endlich abspringen konnte. Die Zuschauer hatten schon längst von diesem unwürdigen Schauspiel genug, nur noch rund 1000 Fans harrten an der Schanze aus. Am Ende wurde der Schweizer Elfter.

Pech für Alex Insam


Alex Insam konnte sich dagegen nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Der Grödner sprang im ersten Durchgang bei sehr ungünstigen Windverhältnissen und landete am Ende an 45. Stelle.


Autor: det/dpa

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