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Elena Runggaldier freut sich auf das Teamspringen am Dienstag.

Wie eine Konkurrentin das Interview mit Elena Runggaldier crashte

Am Dienstag steht bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld das Teamspringen der Damen auf dem Programm. SportNews hat sich vorab mit Elena Runggaldier unterhalten. Allerdings nur so lange, bis eine österreichische Olympia-Medaillengewinnerin das Gespräch „crashte“.

Von Christian Staffler, Seefeld in Tirol

Mit 28 Jahren wird Elena Runggaldier am Dienstag ihr allererstes WM-Teamspringen bestreiten. Das hat aber weniger mit ihrem Alter zu tun, als damit, dass es bei den Frauen bisher einfach kein Teamspringen bei einer Nordischen Weltmeisterschaft gab. Jetzt ist es endlich soweit und die Grödnerin nahm sich nach dem Montagstraining Zeit.

Weil das OK-Team hinter der Mixed-Zone an der Sprungschanze fleißig den Matsch mit Baggern und einem großen Haufen Sand zu überdecken versuchte – und dabei einen Höllenkrach machte – haben wir das Interview vor den Kabinen der Springerinnen geführt. Eigentlich ein Bereich, in dem Journalisten nichts verloren haben, doch die Security-Mitarbeiter hatten einen Moment lang nicht aufgepasst. Und so habe ich mich mit der Grödnerin über ihrem ersten WM-Auftritt in Seefeld gesprochen – bis eine Österreicherin das Gespräch „crashte“.

Zwei Trainings, eines um 13 und eines um 16 Uhr, waren am Montag in Seefeld angesetzt. Die ersten zwei Sprünge ließen die Südtirolerinnen Runggaldier und Lara Malsiner sausen. Im zweiten Training waren die beiden Grödnerinnen mit dabei. Runggaldier war recht zufrieden mit ihrer Leistung: „Der erste Sprung war gut, der zweite etwas weniger. Aber das passt schon.“

Platz 8 als großes Ziel

Auch für das italienische Team passt es, denn für den Teamwettbewerb, der um 16.15 Uhr auf der Toni-Seelos-Schanze in Seefeld beginnt, konnte man eine Mannschaft nominieren. Damit werden die „Azzurre“ mit dabei sein, wenn ein kleines Stückchen Sportgeschichte geschrieben wird. Keine Selbstverständlichkeit, denn bei den Herren war kein italienisches Aufgebot am Bergisel im Einsatz. Eigentlich ein Armutszeugnis, doch Italien ist halt keine Skisprung-Großnation. Kasachstan und die USA übrigens auch nicht, doch die waren am Start. Seis drum, bei den Frauen sind die „Azzurre“ mit dabei: Neben Runggaldier werden Lara Malsiner, Veronica Gianmoena und die 16-jährige Debütantin Giada Tomaselli im Teamevent an den Start gehen.
„Entweder man ist überall gut, oder überall schlecht!“
Elena Runggaldier über die Toni-Seelos-Schanze in Seefeld

Und die Ziele? „Platz 8 wäre für uns ein super Ergebnis. Mehr zu erreichen wird schwierig, die anderen Teams sind stark“, sagt Runggaldier. Die 106-Meter-Schanze in Seefeld taugt ihr jedenfalls. „Große Schanzen kommen mir mehr entgegen“, sagt sie und fügt an: „Aber entweder man ist überall gut, oder überall schlecht.“

Iraschko-Stolz als „Interview-Crasherin“

Und so ging die Unterhaltung weiter, bis ihr schließlich Daniela Iraschko-Stolz ein abruptes Ende setzte. Die Lokalmatadorin hatte wohl noch nicht genug trainiert, setzte kurzerhand zu einem Sprung an und segelte durch das Kamerabild meines iPhones, mit dem ich sowieso schon mehr Mühe hatte, als mir lieb war. Alle lachten kurz und Runggaldier klärte mich auf: „Sie isch olm bissl a Verruckte.“ Böse war der Österreicherin natürlich keiner und nach einem kurzen Cut am Handy ging das Gespräch mit Runggaldier auch schon weiter.

Allerdings nicht lange, denn die Sonne ging schon unter, stand ziemlich tief und blendete in die Kameralinse. Außerdem wurde es kalt. Auch Elena Runggaldier musste weiter. Zum Abschied wünschte ich ihr und ihren Kolleginnen viel Glück im Teamwettbewerb. Beim Davongehen rief sie mir noch zu: „Morgen volle die Daumen drucken!“ Das mache ich, versprochen.

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In dieser Rubrik berichten die SportNews -Redakteure von ihren Erlebnissen bei der Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld. Meistens sind es Interviews und Videos, manchmal auch von Szenen abseits der großen Sportereignisse.

Autor: cst

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