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Sofia Goggia holte sich am Dienstag die Silber-Medaille in der Abfahrt. © APA/afp / JOE KLAMAR

Sofia Goggia: „Ich glaube, man hat meine Ärzte für verrückt erklärt“

Als Weltcup-Führende in der Abfahrt war Sofia Goggia in Peking angereist. Doch nach dem schweren Sturz und ihrer Verletzung in Cortina war die Olympia-Teilnahme lange nicht sicher. Am Dienstag durfte sie dann über Silber jubeln.

Mit Startnummer 13 ging Sofia Goggia am Dienstag ins Abfahrts-Rennen. Im Ziel leuchtete es dann grün auf, obwohl die 29-Jährige nicht das Gefühl hatte, besonders schnell gewesen zu sein: „Ich spürte innerlich, dass ich eher langsam war. Im letzten Teil fühlten sich meine Ski irgendwie nicht so schnell an wie ich es gewohnt war. Zudem habe ich bei der Einfahrt ins Flache einen kleinen Fehler gemacht. Diese Kurve habe ich auch im Training nie gut hinbekommen.“


Trotzdem war Goggia überragend unterwegs und musste sich am Ende nur Corinne Suter aus der Schweiz geschlagen geben: „Glückwunsch an Suter, ich hätte aber sofort für Silber unterschrieben. Es tut mir natürlich ein bisschen Leid um die Goldmedaille, aber ich habe eine schwere Zeit hinter mir und kann mich so trotzdem freuen.“ Nur 16 Hundertstel trennten die Italienerin schlussendlich von Suter und der Goldmedaille.

Sogar die Kamera im Ziel bekam die Freude von Goggia zu spüren. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die Abfahrts-Teilnahme von Sofia Goggia war nach ihrem Sturz in Cortina am 23. Jänner jedoch lange fragwürdig, so hatte sie bereits auf das Super-G-Rennen am vergangenen Freitag verzichten müssen. „Der Montag nach der Verletzung war sehr schlimm für mich da ich wusste, dass es ein langer Weg wird, um für Olympia wieder fit zu werden. Als ich in Peking die Skier wieder anschnallte, hatte ich fast Angst, meinem Bein und mir selbst wieder zu vertrauen.“

Diesen Kraftakt schrieb Goggia dabei ihrer starken Psyche zu: „Ich glaube, ich habe es mit Willenskraft geschafft. Ich habe unglaubliche Fortschritte gemacht, sowohl körperlich als auch auf den Skiern. Ich brauchte den Mut, mich nach Cortina wieder sofort auf eine neue Piste zu stürzen. Aber ich habe wirklich daran geglaubt, selbst an den dunkelsten Tagen.“

„Ich glaube, ich habe es mit Willenskraft geschafft.“ Sofia Goggia


Jedoch wäre nach dem schweren Sturz im Super-G Ende Jänner, bei dem sie sich das linke Knie verletzt hatte, ohne medizinische Hilfe gar nichts gegangen. So bedankte sich Sofia Goggia auch bei ihren Ärzten, die sie für die Abfahrt in Rekordzeit wieder konkurrenzfähig gemacht haben: „Ich danke den Ärzten. Ich glaube, man hat sie für verrückt erklärt, weil sie mich wieder auf die Skier gestellt haben. Sie übernahmen viel Verantwortung, aber da ich ihre Worte immer für bare Münze nahm, stand ich 12 Tage später wieder auf den Skiern.“

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