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RÜCKPASS: Old but Gold

Martin Graf, Abwehrspieler von Pichl Gsies (Foto Griessmair)

Martin Graf, Abwehrspieler von Pichl Gsies (Foto Griessmair)

1. Dezember 2016, 12:20 Fußball

Roman Prosch vom ASC Plose (Foto Perathoner)

Roman Prosch vom ASC Plose (Foto Perathoner)

Bei Pichl Gsies geht das Parship-Fieber um, in Moos haben sich die Rolling Stones angekündigt, während in Olang alles Jud ist: Der letzte SportNews-Rückpass des Jahres.


TATORT 1. Amateurliga, Gruppe B: Es ist nie zu spät

Martin Graf ist ein Abwehrspieler der alten Schule. Also einer, der dem modernen spieleröffnenden Verteidiger-Ideal nicht sehr viel abgewinnen kann und die Bälle lieber nach dem Motto „hoch und weit bringt Sicherheit“ in die Offensive lanciert. Und eben auch einer, bei dem die Mittellinie meist eine ähnliche Wirkung wie ein „Vorsicht-Hund“-Schild hervorruft, sprich: Bis hierhin, und ja nicht weiter. Wenig verwunderlich also, dass der gelernte Maurer in seinen über 350 Pflichtspielen für Pichl Gsies erst einmal getroffen hat, und zwar mit einem lausigen Elfmeter bei einer 1:3-Pleite irgendwann im Jahr 2011.

Seitdem ist viel Zeit vergangen – und bei Graf selbst dürfte jener Treffer mittlerweile im Langzeitgedächtnis unter einer dicken Staubschicht begraben sein. Deshalb gönnte er sich am Wochenende eine kleine Auffrischung. Bei einem Eckball kurz vor dem Pausenpfiff für seine Pichl Gsieser wagte Graf einen Vorstoß in das ungewohnte gegnerische Strafraumgebiet, sah dort eine Flanke ideal auf sich zuflattern, zögerte nicht lange und wuchtete die Kugel per Kopf ins Netz. Damit verlieh er dem Spiel nicht nur die Wende (sein 1:2 war der Beginn der Gsieser Aufholjagd, die in einem 5:2-Sieg endete), sondern erzielte nach 15-einhalb Jahren in den Diensten von Pichl Gsies auch erstmals einen Treffer aus dem Spiel heraus. Was bei der Online-Partnervermittlung Parship also schon lange als Werbeslogan für die 40-Plus-Generation posaunt wird, hat nun auch der 34-jährige Martin Graf verinnerlicht: Es ist nie zu spät, etwas Neues auszuprobieren.


TATORT Landesliga: Old School

Von wegen die Jungen müssen’s richten: Auf den Rasen in Moos in Passeier wurde am Samstag derart viel altgediente Klasse versprüht, dass er wohl getrost als würdiger Untergrund für das nächste Rolling-Stones-Konzert herhalten könnte. Die Rede ist vom Spiel zwischen Moos und Plose, dem mit Herbert Pixner, Valentin Brugger und Roman Prosch drei Haudegen ordentlich ihren Stempel aufgedrückt haben. Der 41-jährige Pixner traf zum 1:0 für die Passeirer, der 37-jährige Prosch brachte nach seiner Einwechslung für Plose nicht nur frischen Wind, sondern auch den 1:1-Ausgleich mit sich – und der 34-jährige Valentin Brugger ließ es sich kurz vor Schluss nicht nehmen, den besserwisserischen Lehrer zu spielen, die blutjunge Plose-Abwehr mit einem herrlichen Solo-Lauf auf die Schulbank zurückzuschicken und im Stile eines Großmeisters zum 2:1-Sieg für Moos einzuschieben.


TATORT 1. Amateurliga, Gruppe B: Alles Jud

Held des Wochenendes war der Olanger Ersatztormann Georg Jud: In einem verrückten Spiel gegen Klausen verursachte sein Keeper-Kollege Martin Mutschlechner in der 90. Minute und beim Stand von 2:2 mit einem Reaktionsfoul einen Elfmeter, so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara, der seinem Team beinahe teuer zu stehen kam. Wäre da nicht Ersatztorwart Georg Jud: Der Keeper sprang vom „Bankl“ auf, stellte sich beim fälligen Elfer unaufgewärmt in die Kiste, wehrte den Schuss dann auch noch mit einem Fußreflex ab, bedankte sich anschließend beim gegnerischen Schützen, der den Nachschuss aus fünf Metern kläglich neben das Tor setzte und durfte sich anschließend als Matchwinner feiern lassen. Alles Jud, nicht? 



SN/td



 

 

Alter: 7 Tag(e)