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Rams oder Bengals, wer holt sich den Titel? © ANSA / CAROLINE BREHMAN

Superbowl: Ein Duell der Generationen

Die jungen Wilden der Cincinnati Bengals fordern am Montag (00.30 MEZ) im Kampf um ihren ersten Super-Bowl-Titel der Klubgeschichte das Starensemble der Los Angeles Rams. Die hoch favorisierten Rams stehen deutlich mehr unter Druck.

„Jetzt oder nie“ ist das Motto der Rams. Die Kalifornier, bei denen der Südtiroler Maximilian Pircher unter Vertrag steht, hatten schon vor einem Jahr wertvolle Rechte in zukünftigen Drafts abgegeben, um Quarterback Matthew Stafford aus Detroit loszueisen. Während der Saison wiederholten sie die Taktik mit Star-Verteidiger Von Miller von den Denver Broncos. Die Rams haben ihre eigene Zukunft aufs Spiel gesetzt, sie müssen ihr gutes Blatt aber auch noch ins Ziel bringen.


Bereits vor drei Jahren war das Team von Jungtrainer Sean McVay im Endspiel gestanden, scheiterte damals aber mit 3:13 an Tom Brady und den New England Patriots. Brady legte im Vorjahr mit den Tampa Bay Buccaneers seinen siebenten NFL-Titel nach. Staffords großes Ziel ist es, es der Legende gleichzutun, und im ersten Jahr mit einem neuen Club im eigenen Stadion die Vince Lombardi Trophy zu stemmen.

Die Karten stehen nicht schlecht. Stafford hat die Rams-Offense auf ein neues Level gehoben. Mit den Detroit Lions hatte er in zwölf Jahren nicht ein Playoff-Spiel gewonnen. Was mit hochkarätigen Mitspielern möglich ist, bewies er aber in dieser Saison. „Druck ist ein Privileg“, erklärte der 34-Jährige. Er weiß, dass er nach Los Angeles geholt wurde, um der Stadt den Titel zu bescheren.

Matthew Stafford wurde für diesen Moment verpflicht: Dem Super Bowl. © APA/getty / Christian Petersen

Weitere große Namen bei den Rams sind der im Saisonverlauf verpflichtete Odell Beckham jr. oder Cornerback Jalen Ramsey. Der vielleicht größte Star aber ist Aaron Donald, für viele einer der besten Verteidiger in der Geschichte des Sports. Gegnerische Quarterbacks fürchten den 130-kg-Koloss mit den besonderen Fähigkeiten. „Ich habe das Gefühl, dass ich schon viel geschafft habe in kurzer Zeit in dieser Liga“, sagte Donald. Ein Super-Bowl-Titel ist das, was ihm in seiner Vita noch fehlt.
Bengals wollen das Football-Märchen
Die Rams haben im SoFi Stadium nicht nur den Heimvorteil auf ihrer Seite, sie verfügen mit ihrem teuren Starensemble auch über die weitaus größere Erfahrung. Aber Joe Burrow und Ja'Marr Chase haben in dieser Saison bereits einiges auf den Kopf gestellt. Burrow übertraf den Clubrekord für Touchdown-Pässe und Pass-Yards, Chase markierte mehrere NFL-Rekorde für Liga-Neulinge.

Das Duo hatte bereits für die Louisiana State University (LSU) zusammengespielt, holte 2019/20 die in den USA viel beachtete nationale College-Meisterschaft. Burrow gewann die „Heisman Trophy“ als bester College-Spieler und wurde im NFL-Draft als Nummer eins ausgewählt. Triumphiert der 25-Jährige am Sonntag auch in der Super Bowl, wäre er der erste Spieler der Geschichte, der diese vier Auszeichnungen bzw. Trophäen vereint. Auf seine Nebenleute kann er sich allerdings verlassen – allen voran Chase.

Der neue Shooting-Star der NFL: Joe Burrow © APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA / DAVID EULITT

Der Ausnahmeathlet ist Burrow mit einem Jahr Verspätung in die NFL gefolgt. Die Bengals investierten den fünften Draftpick in den Receiver, obwohl sie auf anderen Positionen deutlich dringenderen Bedarf hatten. Das Risiko sollte sich auszahlen. Burrow war ein wichtiger Fürsprecher für seinen alten und neuen Anspielpartner. „Ich habe allen gesagt, dass es nicht daneben gehen wird.“ Tat es nicht, der 21-Jährige schlug voll ein.

Und dann wäre da noch ein anderer Rookie. „Money Mac“ nennen sie ihn. Kicker sind im US-Football üblicherweise nicht die großen Stars, sie haben einen Job zu erledigen. Bei Evan McPherson ist das anders. Der 22-Jährige beeindruckte auf Anhieb mit seinem selbstbewussten Auftreten. Zwölf von zwölf Field Goals hat McPherson in den Play-offs bereits verwertet. Gelingen ihm gegen die Rams zwei weitere, hätte er den NFL-Rekord von Adam Vinatieri (14 in der Saison 2006/07) eingestellt.

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