L Ski Alpin

Ragnhild Mowinckel hatte Unverständnis für die Präparation. © APA/afp / ANDREAS SOLARO

„Wie Bambi auf Eis“: Der Kombi-Slalom erhitzt die Gemüter

Die Alpine Kombination bei der Ski-Weltmeisterschaft in Cortina steht in der Kritik – und das nicht wegen des Modus, sondern aufgrund der Pisten-Präparation des Slalom-Hanges.

Kombi-Slaloms werden üblicherweise auf griffigen Schneeunterlagen ausgetragen, sodass auch den Speed-Assen und den weniger geübten Slalom-Läufern eine Chance gewährt wird. Am Montag war in Cortina das Gegenteil der Fall. Der ursprünglich kompakte Schnee wurde dermaßen stark gewässert, dass er sich in blankes Eis verwandelte. Abgesehen von den Slalom-Spezialisten stellte dieses alle Athleten und Athletinnen vor einer (zu) großen Aufgabe. So erreichten bei den Damen lediglich 16 von 30 Fahrerinnen das Ziel, bei den Herren waren es immerhin 23, wobei einige Athleten nach dem Ausfall zurückstiegen.


Zahlen, die unterstreichen, dass der an sich einfache Hang zu schwer gestaltet wurde. Dieser Meinung ist Kajsa Vickhoff Lie. „Ich und Ragnhild Mowinckel saßen am Start und sahen, wie zwei von drei Vorläufern schon am Start ausschieden“, erzählt die 22-Jährige gegenüber dem norwegischen Rundfunk NRK: „Das war viel glatter als ich dachte. Ich habe wirklich versucht zu kämpfen, aber es ging einfach nicht. Ich war wie Bambi auf dem Eis.“ Ihre Meinung wird von der Tatsache unterstützt, dass auch Spezialistinnen wie die Österreicherin Franziska Gritsch überhaupt nicht zurechtkamen und in knapp 45 Sekunden Fahrzeit über 4 Sekunden aufgebrummt bekamen.

Scharfe Kritik
Härtere Worte findet Mowinckel, die Bronzemedaillengewinnerin von 2019. „Ich finde, dass es idiotisch war, den Hang zu wässern, zumal es ohnehin schwer genug ist. Das ist meine Meinung“, sagt die Norwegerin. Dabei hätten auf dem Super-G-Hang, wo nicht gewässert wurde, doch hervorragende Verhältnisse geherrscht. „Das war grausam, muss ich sagen. Ich dachte, dass es etwas Schnee auf der Oberfläche hatte, aber das war eine Eisbahn“, findet Mowinckel. Sie und die anderen Speed-Asse seien chancenlos gewesen. „Ich denke, wir hätten einen unglaublich schönen Slalom gehabt, wären die Verhältnisse so wie bei den Speed-Rennen gewesen“, schließt eine enttäuschte Lie ab.

War eine Klasse für sich: Mikaela Shiffrin © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Trotz der Kritik steht jedoch fest, dass sich die besten drei Athletinnen, sprich Mikaela Shiffrin, Petra Vlhova und Michelle Gisin durchgesetzt haben. Sie sind naturgemäß anderer Meinung. „Hätten sie nicht gewässert, wären die Bedingungen ziemlich schwierig gewesen“, sagt Shiffrin. „Angesichts der Tatsache, dass die Männer nach uns ein Rennen hatten, musste die Oberfläche halten. Es waren fast perfekte Bedingungen, aber es war schwierig“, konstatiert die US-Amerikanerin. Sie hat am Montag gezeigt, dass sie mit allen Verhältnissen klarkommt und ist deshalb die verdiente Goldmedaillengewinnerin.

Autor: leo

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