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Aaron Durogati (Mitte) mit Fotograf Daniele Molineris (l.) und Elisabeth Egger (r.) © zor

Aaron Durogati: „Maurer ist der Marcel Hirscher der X-Alps“

Letzte Woche ist im Fürstentum Monaco an der Cote d’Azur die X-Alps 2019 mit dem 6. Triumph von Rekordsieger Christian „Chrigel“ Maurer zu Ende gegangen. Bester Südtiroler war Aaron Durogati auf Rang 9. Inzwischen ist der Meraner wieder in seiner Heimat.

SportNews hat sich mit Aaron Durogati am Montag am Rande eines Events seines Ausrüsters Salewa in Bozen Süd zum Interview getroffen.


Seit einer Woche ist die X-Alps 2019 vorbei, rückblickend betrachtet, wie war das Rennen?

Aaron Durogati:
„Es war für mich die schönste X-Alps, die ich je erlebt habe. Seit 2 Jahren habe ich Probleme mit den Kniegelenken, im Sommer 2018 wurde ich unter anderem am Meniskus operiert und war die letzten 18 Monate in Reha. Weil ich nicht mehr auf Asphaltstraßen laufen kann, musste ich versuchen, die großen Distanzen mit dem Gleitschirm zurückzulegen und das ist mir gelungen, ich hatte viele gute Flüge und bin von allen 10 Finishern am wenigsten gelaufen (ca. 200 km, Anm.d.Red.). Dabei hatte mir vor 2 Jahren ein Arzt gesagt, dass ich keinen Leistungssport mehr ausüben könne!“


Es war ein interessanter Rennverlauf, zwischenzeitlich lagen Sie auf Rang 3.

„Das stimmt. Am letzten Tag bin ich eine andere Linie geflogen, ich wollte riskieren und es hat nicht funktioniert. Das ist schon okay. Früher wollte ich unbedingt einmal die X-Alps gewinnen, diesen Druck lege ich mir inzwischen nicht mehr auf. Ich habe mehrmals am Berg übernachtet, auf über 2000 Metern – das ist einfach schön. Die X-Alps ist jetzt mehr ein Abenteuer für mich. Und das Gefühl im Ziel in Monte Carlo ist einfach megagigantisch“.


Die X-Alps 2019 galt als die schwierigste Ausgabe bislang.

„Die X-Alps ist immer schwierig. Zum Glück ist der Schnee auf den Bergen in den letzten Wochen geschmolzen. Als ich im Mai einige Abschnitte in der Schweiz besichtigt hatte, lagen auf 1800 Metern gut 2 Meter Schnee. Beim Rennen war die Schneegrenze etwa auf 2200 Metern. Ein großer Unterschied waren diesmal die vielen Turnpoints. Wenn du 13 Kontrollpunkte anfliegen musst, gibt es kaum Möglichkeiten bei der Wahl der Route. Bei meiner 1. X-Alps 2013 waren nur 3 Turnpoints, da konnte die Routenwahl entscheidend sein, im positiven aber auch im negativen Sinne“.


Der Schweizer Christian „Chrigel“ Maurer feierte seinen 6. Sieg. Sensationell, oder?

„Er ist einfach unglaublich gut, er ist der Marcel Hirscher der X-Alps. Er findet immer etwas, das uns alt aussehen lässt. Bis Davos zum Beispiel hatte er 2 Stunden Vorsprung auf uns Verfolger. Maurer flog dann von Davos zum Kontrollpunkt Titlis in 3 Stunden. In der Zwischenzeit zog ein Gewitter auf, wir konnten nicht von Davos starten und mussten 2 Tage bis Titlis marschieren. Das nennt man wohl das Glück des Tüchtigen, er ist einfach richtig gut. Trotzdem, dass Maurer auch die X-Alps in 2 Jahren gewinnt, ist noch lange nicht fix!“

Aaron Durogati beim Landeanflug vor der Küste von Monte Carlo


Aaron Durogati ist zweifacher Weltmeister im Paragleiten (2013 und 2017). Sein bestes Ergebnis bei der X-Alps war Rang 6 im Jahr 2016. Seine nächsten Wettkämpfe sind der Dolomitenmann in Lienz (Titelverteidiger im Paragleiten) und die Red Bull-Elements. Betreut wurde der Meraner bei der X-Alps von Elisabeth Egger (Strategie), Kurt Berger (Arzt), Tazio Iscor (Physio), und Daniele Molineris (Foto).

Autor: zor

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