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Alex Schwazer will zu Olympia – doch die Zeit drängt. © DLife

Alex Schwazer wird auf die Folter gespannt

Vor dem Schweizer Bundesgericht in Lausanne entscheidet sich die sportliche Zukunft von Alex Schwazer. Obwohl die Zeit drängt, geben sich der Geher aus Kalch und sein Anwalt Gerhard Brandstätter kämpferisch.

Dieser Tage wird vom Bundesgericht in Lausanne (Schweiz) ein Urteil in der Causa Schwazer erwartet. Bei ebenjenem Gericht hatte der Schwazer-Clan aufgrund der neuen Faktenlage (das Bozner Landesgericht befand, dass die Dopingprobe vom 1. Jänner 2016 manipuliert wurde) einen Antrag zur Aufhebung der achtjährigen Sperre eingereicht. Allerdings wird der Geher aus Kalch auf die Folter gespannt. Noch liegt kein Urteil vor.


„Das Urteil hätte eigentlich schon gefällt werden müssen. Wir haben bisher aber noch keine Zuschrift bekommen“, sagte Schwazers Anwalt Gerhard Brandstätter am Donnerstagabend zu SportNews. Das Urteil der Dringlichkeitsmaßnahme wird nämlich nicht öffentlich verkündet, sondern der Anklage und der Verteidigung zugesendet. „Vielleicht ist es noch mit der Post unterwegs. Ich weiß nicht, wann wir es bekommen“, bedauert Brandstätter, denn auch er ist sich bewusst: Die Zeit drängt.

Olympia-Traum noch nicht geplatzt
Am gestrigen Donnerstag um Mitternacht ist die Einschreibefrist für den Wettkampf im tschechischen Podebrady verstrichen. Dieses Rennen am 16. Mai wäre der letzte geplante Bewerb gewesen, um sich für Olympia zu qualifizieren. Ist der Olympia-Traum von Schwazer also geplatzt? „Nein“, so Brandstätter. „Die FIDAL (italienischer Leichtathletikverband, d. Red.) kann theoretisch jederzeit noch einen Wettbewerb veranstalten, in dem Alex die Olympia-Norm erfüllen könnte.“ Deadline hierfür ist der 31. Mai (für den 50-Kilometer-Bewerb) und der 29. Juni (für den 20-Kilometer-Bewerb): Bis dahin muss das Limit geschafft werden.

Schwazers Anwalt Gerhard Brandstätter: „Alex ist sehr motiviert.“ © DLife


Schwazer hat die Hoffnung jedenfalls noch nicht aufgegeben. „Er sagt: 'Wenn es eine Chance von auch nur ein Prozent gibt, dabei zu sein, werde ich trainieren.' Er ist weiterhin sehr motiviert“, erklärt Brandstätter, der gleichzeitig bedauert: „Leider sind wir in der Hand von Banditen. Wie sich die WADA und der Leichtathletikverband gegengeäußert haben, ist schon tragisch.“ Die beiden Gegenparteien haben in den letzten Tagen mit ihren Stellungnahmen die Wogen beim Schwazer-Clan hochgehen lassen.

Für den Geher aus Kalch heißt es also: Warten, hoffen – und trainieren. Denn noch ist die Olympia-Chance intakt.

Schlagwörter: Leichtathletik

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