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Alex Schwazer im Scheinwerferlicht: Das Strafverfahren gegen den Kalcher wurde eingestellt. © DLife

„Eine monströse Wahrheit“: Fall Schwazer sorgt für Schlagzeilen

Die Notiz schlug am Donnerstag ein wie eine Bombe: Das Landesgericht Bozen hat das Strafverfahren gegen Alex Schwazer eingestellt und de facto behauptet, dass der Geher aus Kalch betrogen wurde. Das sorgt in der Welt des Sports für großes Aufsehen.

Richter Walter Pelino ist zum Schluss gekommen, dass Schwazers Urinprobe vom 1. Jänner 2016 – in der ein erhöhter Wert von synthetischem Testosteron festgestellt worden war – bewusst verändert wurde (SportNews berichtete). Zudem erhob der Richter schwere Vorwürfe gegen den Internationalen Leichtathletikverband (IAAF) und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Kurz gesagt: Schwazer wurde laut dem Richter betrogen.


Die Presse berichtete ausführlich über diesen Fall. „Jetzt lasst ihn wieder gehen“, ragt auf dem Titelblatt der Gazzetta dello Sport in großen Lettern. „Das Gold von Alex. Jetzt hat er seine Würde zurückbekommen. Gebt ihm nun seinen Sport zurück. Es muss einen Weg geben, dass er sich die Qualifikation für Olympia ausspielen kann“, heißt es in der bekanntesten Sportzeitung Italiens. Hintergrund: Das Strafverfahren gegen Schwazer wurde zwar eingestellt, seine Dopingsperre ist aber noch nicht aufgehoben. Dafür muss er nun vor dem Internationalen Sportgerichtshof kämpfen.

„Lasst ihn zu den Spielen.“
Tuttosport
Auch bei zahlreichen anderen italienischen Sportzeitungen war Schwazer auf der Titelseite abgedruckt. „Lasst ihn zu den Spielen“, titelt das Turiner Blatt Tuttosport. „Eine monströse Wahrheit: Nicht die Tatsache, dass Schwazer unschuldig ist, dass sein Leben und seine Karriere von einer ungerechtfertigten Dopingsperre zerstört und sein Ruf für Jahre in den Dreck gezogen wurde, ist die Hauptnotiz. Vielmehr bringt diese Geschichte die traurige Erkenntnis zum Vorschein, dass jene Autoritäten, die den sauberen Sport garantieren müssten, selbst kriminell handeln“, schreibt der Corriere dello Sport.

2008 holte Schwazer bei den Olympischen Spielen in China die Goldmedaille. © AFP / ADRIAN DENNIS


Auch über Italiens Grenzen hinaus wurde von dem Fall berichtet. In Deutschland griffen unter anderem die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel den Fall Schwazer auf, auch Medien in England und Frankreich schrieben darüber.
Herbe Kritik der WADA
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) reagierte indes mit Bestürzung auf die neuesten Entwicklungen in der Causa Schwazer. „Die WADA ist entsetzt über die zahlreichen rücksichtslosen und unbegründeten Anschuldigungen des Richters gegen die Organisation und andere Parteien in diesem Fall“, hieß es in einer Stellungnahme (SportNews berichtete).

Autor: det

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