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Der frühehre Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bricht eine Lanze für Sebastian Vettel. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC

Ecclestone: Lob für Vettel, Kritik an Schumacher

Sebastian Vettel wird aus Sicht des einstigen Formel-1-Chefs Bernie Ecclestone unterschätzt. „Die Formel 1 braucht einen Sebastian, der gewinnt“, sagte der 88-Jährige im Interview von „Sport Bild“ und „Auto Bild Motorsport“.

Schon bei Vettels erstem Trainingseinsatz in der Rennserie 2006, als er in der Türkei gleich die Bestzeit fuhr, habe ihn der Deutsche von seinem Talent überzeugt, versicherte Ecclestone. „Er hat das Wettbewerbs-Gen, das die Fahrer früher auch hatten“, sagte der Brite und meinte: „Die Leute unterschätzen Sebastian.“

Die wachsenden Zweifel an Vettel nach dem misslungenen Start in seine fünfte Ferrari-Saison hält Ecclestone für ungerechtfertigt. „Er wird sich auch aus seinem aktuellen Tief herauskämpfen“, sagte er.

Vettel liegt vor dem dritten Saisonlauf am Sonntag in Shanghai 22 Punkte hinter dem finnischen WM-Spitzenreiter Valtteri Bottas und 21 Zähler hinter Titelverteidiger Lewis Hamilton (beide Mercedes). „Es gibt keinen Grund, warum neben Lewis nicht auch Sebastian Michael Schumachers sieben Titel erreichen kann“, versicherte Ecclestone.

„Schumacher kannte kein Limit“
Apropos Schumacher: Auch über den ehemaligen Ausnahmepilot der „Scuderia“ hat Ecclestone im Interview mit dem deutschen Medium gesprochen. „Sein Problem war: Er kannte kein Limit“, sagte der Brite. Als eines der Beispiele dafür nannte der 88-Jährige den Rammstoß von Schumacher gegen Jacques Villeneuve im Titelfinale 1997 in Jerez. „Die Skandale brachten zwar viel Publicity, aber nicht unbedingt die, die wir wollten“, sagte Ecclestone vor dem 1000. Rennen der Formel 1 am Sonntag in China.

Schumacher ist mit sieben Titeln Rekordweltmeister der Rennserie, ging mit seinem großen Ehrgeiz aber bisweilen auch über die Grenze. Wegen des Vorfalls in Jerez 1997 wurden ihm nachträglich alle WM-Punkte aberkannt. Letztlich dauerte es bis ins Jahr 2000, ehe er mit Ferrari seine Serie von fünf WM-Triumphen nacheinander starten konnte.

Auch Schumachers Comeback bei Mercedes von 2010 bis 2012 sieht Ecclestone mit gemischten Gefühlen. „Es war gut für die Formel 1, weniger gut für ihn. Aber das meinte ich mit den Limits, die er für sich nicht kannte“, sagte der langjährige Chef der Königsklasse. Schumacher feierte im Silberpfeil keinen Rennsieg mehr, gewann aber viele Sympathien.

Autor: dpa/fop

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