5 Formel 1

Steht – vor allem bei den italienischen Medien – hart in der Kritik: Sebastian Vettel. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC

Harte Kritik an Vettel: „Fall von Sportpsychologie“

Charles Leclerc hat Ferrari beim Großen Preis von Italien den ersten Heimsieg seit 2010 beschert. In den Montagsausgaben der internationalen Tageszeitungen wurden teilweise regelrechte Lobeshymnen auf den Monegassen angestimmt – sein Teamkollege Sebastian Vettel steht hingegen arg in der Kritik. Eine Auswahl.

Italien
Gazzetta dello Sport: „Ein riesiges rotes Herz schlägt unter der Tribüne, betrunken vor Glück. Es feiert ein wahnsinniges Rennen, mit dem Ferrari nach neun Jahren Abwesenheit den Champagner im eigenen Wohnzimmer wieder entkorkt. Es bebt für einen heldenhaften Jungen, Charles Leclerc, der in ein Imperium eintritt und sich gegen den silbernen Tiger behauptet, seinen Klauen mit dem frechen Geschick wie Mogli aus dem Dschungelbuch entkommt. Am unvergesslichen Tag von Monza hat im Auto und dann auf dem Podium auch sie gewonnen: Die unglaubliche, bunte, majestätische Masse des Ferrari-Volkes.“

La Stampa: „Der Schwan wurde zum hässlichen Entlein. Die Parabel von Sebastian Vettel ist ein Fall von Sportpsychologie. (...) Sechs Jahre Ruhm folgen sechs Jahre wie in einer Achterbahn mit Ferrari. Vettel hält sich über Wasser, jedes mal bei Saisonbeginn wittert er die Chance, es zu schaffen: Die Erfolge seines Mentors Michael Schumacher zu erreichen. Die Ankunft des jungen Leclerc hat diese Pläne zerstört.“

Corriere della Sera:
„Wenn sein süßer Blick, sein zartes Gesicht, durch den Helm verborgen ist, verwandelt er sich, er wird zu einem Monster. Rücksichtslos im Einsatz seiner eigenen Waffen: Stärke, Intelligenz, Entschlossenheit. Charles Leclerc hat sich selbst und einer roten Masse – verrückt vor Freude – eine unvergessliche Feier geschenkt.“

Corriere dello Sport: „Leclerc entflammt Monza mit einem Ferrari-Sieg! Ferrari hatte in Monza seit 2010, damals mit Fernando Alonso, nicht mehr gesiegt. Für Sebastian Vettel war es dagegen ein Rennen zum Vergessen.“

La Repubblica: „Neun Jahre danach gewinnt Ferrari wieder in Monza. Mit 21 Jahren ist Leclerc der jüngste Sieger in der Geschichte Maranellos und wiederholt seinen Erfolg von der Vorwoche, und dies in seiner ersten Saison am Steuer des Cavallino.“
Großbritannien
The Telegraph: „Mit nur 21 Jahren hat Leclerc einen Mercedes-Angriff abgewehrt und ist der jüngste in Rot gekleidete Fahrer geworden, der je auf Ferraris Heimstrecke gewonnen hat. Damit beendete er eine neunjährige Pechsträhne für das italienische Team. Leclerc tritt in die Fußstapfen von Alberto Ascari, John Surtees, Michael Schumacher und Fernando Alonso und ist nun der elfte Ferrari-Pilot, der hier gewonnen hat – und das gleich beim ersten Versuch. Die Tifosi haben einen neuen Helden.“

The Times: „Als Charles Leclerc zum ersten Mal die Ferrari-Fabrik in Maranello besuchte, wollten sie ihn nicht reinlassen. (...) Die Scuderia ahnte damals noch nicht, dass das Kind, das sie abgewiesen hatte, in ihre Geschichtsbücher eingehen würde. Denn gestern war es der mittlerweile 21-Jährige Leclerc, der beim Heimrennen in Monza einen lang ersehnten Ferrari-Sieg einfuhr. Seit Fernando Alonso im Jahr 2010 hatten die Tifosi ihren Mann nicht mehr den Schritt auf die Spitze des Podiums machen sehen. Und dass es in diesem Jahr gelingt, in dem Ferrari sein 90. Jubiläum im Geschäft feiert, machte es umso süßer. Auch für Leclerc war es etwas Besonderes. Für ihn war es der zweite Formel-1-Sieg, aber der erste, den er wirklich genießen konnte. Sein erster Sieg in Belgien in der vergangenen Woche kam weniger als 24 Stunden, nachdem sein Freund Anthoine Hubert, mit dem er im Alter von sieben Jahren begonnen hatte, auf derselben Strecke starb.“
Spanien
Marca: „Leclerc schickt Vettel mit einem prächtigen Sieg in Monza in Rente. Ihm gelang beim Großen Preis von Italien ein denkwürdiger Sieg, der zweite hintereinander. Er ließ damit die Emotionen in Monza explodieren, das seit dem Erfolg von Alonso im Jahre 2010 keinen roten Sieg mehr hatte feiern können. Mit einem Federstrich hat Leclerc die Pechsträhne beendet, Vettel im Klassement überholt und den Deutschen als Ferrari-Anführer in Rente geschickt. Vettel erlebte nach seinem x-ten nicht erzwungenen Fehler einen weiteren Unglückstag.“

Mundo Deportivo: „Ein Giganten-Sieg Leclercs gegen Mercedes in Monza. Wenn jemand noch daran zweifeln sollte, dass der Monegasse das Zeug zum Weltmeister hat und er der derzeitige Ferrari-Anführer ist, sollte er sich den Großen Preis von Italien noch einmal anschauen. Da gibt es nichts mehr zu reden. Spektakulär. Unglaublich.“

Autor: cst/dpa

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