5 Formel 1

Günther Steiner (in der Mitte) steht vor einer wichtigen Entscheidung. © LAT / Sam Bloxham

Russland-Sponsoring: Südtiroler Teamchef in Zwickmühle

Der Formel-1-Rennstall Haas steckt wegen des Ukraine-Kriegs in einer Zwickmühle. Der Meraner Teamchef Günther Steiner steht nun vor einer richtungsweisenden Entscheidung.

Haas hat weitere Konsequenzen für das aus Russland mitfinanzierte Team nach dem russischen Angriff auf die Ukraine offen gelassen. „Wir müssen all die rechtlichen Fragen klären, über die ich erst nächste Woche sprechen kann“, hatte Haas-Teamchef Günther Steiner am Freitag am Rande der Testfahrten in Barcelona gesagt.


Offen erscheint damit die Zukunft vom russischen Bergbauunternehmen Uralkali als Hauptsponsor, aber auch die Frage nach der Weiterbeschäftigung von Schumachers russischem Teamkollegen Nikita Masepin. Dessen Vater Dmitri Masepin ist Mehrheitseigentümer von Uralkali. „Es muss eine Lösung gefunden werden“, sagte Steiner ganz allgemein.

Auf Logo verzichtet
Haas hat am dritten und letzten Tag der Testfahrten auf das Sponsoren-Logo von Uralkali auf seinem Wagen verzichtet. „Als Team haben wir in diesem Moment die richtige Entscheidung getroffen, auch um ein Zeichen an alle zu senden“, erläuterte Steiner weiter und verwies auf die Gespräche mit den anderen Team-Partnern.

Mick Schumacher letzte Woche bei einer Testfahrt in Barcelona. © APA/afp / LLUIS GENE

Team-Eigentümer Gene Haas stehe hinter dieser Entscheidung. Steiner zufolge gibt es keinen Druck von der US-Regierung, die Zusammenarbeit mit Uralkali oder Dmitri Masepin zu beenden. „Wir waren mit der Regierung gar nicht in Kontakt“, erklärte Steiner. Ökonomische Auswirkungen von Sanktionen gegen Russland erkennt Steiner für Haas aktuell nicht. „Finanziell sind wir okay“, sagte er. „Da gibt es kein Problem.“
Wie geht es mit Masepin weiter?
Steiner versicherte zudem bereits, dass Haas auch ohne das Sponsoring-Geld des russischen Unternehmens überleben könnte. „Wir sind finanziell breit genug aufgestellt, um diese Saison durchzustehen.“

Der Russe Nikita Masepin steht vor ungewissen Zukunft. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC

Steiner wünscht sich, dass sich Nikita Masepin weiter auf seinen Job konzentrieren kann. „Hoffentlich kann er den Kopf oben behalten“, hatte der Teamchef noch vor einigen Tagen gesagt. Laut Medienberichten ist die Zukunft des russischen Fahrers aber offen. So könnte Steiner Masepin noch vor Saisonbeginn (20. März in Bahrain) austauschen. „Wir müssen nun entscheiden, wie das alles weitergeht – mit dem Sponsor und auch mit Nikita Masepin“, sagte der Meraner Teamchef zuletzt über diese Thematik.
„Wir müssen nun entscheiden, wie das alles weitergeht – mit dem Sponsor und auch mit Nikita Masepin.“ Günther Steiner

Ohnehin gilt Masepin nicht gerade als Super-Talent. Er hatte in seiner ersten Formel-1-Saison große Probleme und konnte seinem Teamkollegen Mick Schumacher im unterlegenen Haas-Auto nicht das Wasser reichen. Sein Cockpit soll er vor allem deshalb behalten haben, weil die Firma seines Vaters Hauptsponsor ist. Sollte Haas künftig auf das Russland-Sponsoring verzichten, könnte Masepin laut Medienberichten mit dem derzeitigen Ersatzfahrer Pietro Fittipaldi (Enkelkind des zweifachen Weltmeisters Emerson) ausgetauscht werden.

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