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Albin Lakata gewann 2015 in Gröden die WM. Heuer ist er erstmals wieder dabei. © H. Wisthaler

Gröden rüstet sich für den härtesten Marathon der Welt

Alles ist bereit für die neunte Auflage des BMW Hero Südtirol Dolomites am kommenden Samstag. In nur acht Jahren hat es die Veranstaltung geschafft, in den Olymp der internationalen Mountainbike-Bewegung aufzusteigen. Dies auch dank der Austragung der Marathon-WM 2015.

Mit 4018 Anmeldungen aus 45 Nationen ist er der Hero der Marathon mit den meisten Teilnehmern in den Alpen. Wegen seines fast schon mörderischen Verhältnisses zwischen Streckenlänge und Höhenmetern ist es auch der härteste Marathon der Welt. Die lange Strecke führt über 86 km und 4.500 Höhenmeter, die kurze über 60 km und 3.200 Höhenmeter. Die Biker müssen dabei vier Pässe bewältigen: Das Grödnerjoch, den Campolongo-Pass, das Pordoi- und das Mahlknechtjoch (Sellajoch auf der kurzen Strecke).

Der Hero Südtirol gehört wieder zur UCI Mountainbike Marathon Series, dem Weltcup der Langstreckenrennen, und zum Alpine Cup, einer Rennserie, die die vier härtesten MTB-Marathons in den Alpen umfasst. Auch deshalb ist das Starterfeld wieder topbesetzt.

Der Weltmeister kehrt zurück

Zu den Topstars der neunten Auflage zählt allen voran Alban Lakata aus Österreich. Der dreimalige und amtierende Marathon-Weltmeister, vierfacher Silbermedaillengewinner tritt nach seiner Goldmedaille bei der Hero-WM 2015 zum ersten Mal wieder in Gröden an. „Die Strecke um den Sellastock kommt mir entgegen und ich hoffe, dass es so gut läuft, wie 2015, aber ich weiß, dass einige Konkurrenten sehr gut drauf sind, vor allem Ragnoli und Paez, aber auch Urs Huber“.

Nach der Cape Epic, der Europameisterschaft und einem UCI-Marathon Series Rennen auf Elba har der 39-jährige Osttiroler eine längere Rennpause eingelegt, „um die Form für den Hero neu aufzubauen“, wie er sagt. „Ich bin neugierig, ob das Training angeschlagen hat“. Der Weltmeister ist auf alle Fälle hoch motiviert:

Ebenso Leonardo Paez, der den Hero bereits viermal gewonnen hat: 2012, 2013, 2014 und 2016. Bei der WM wurde er Dritter und im vergangenen Jahr Zweiter. Keiner kennt die Strecke besser als er. „Der Parcour ist für meine Eigenschaften als Kletterer wie geschaffen“, sagt der Publikumsliebling aus Kolumbien.

Mit Vorjahressieger Juri Ragnoli, der in dieser noch jungen Saison bereits zwei Langstreckenrennen gewonnen hat, kommt auch der amtierende Marathon-Italienmeister nach Gröden. „Bis zum Hero möchte ich in Topform sein. Erst kürzlich habe ich ein Höhentraining in Livigno absolviert“, sagt der 30-Jährige aus der Provinz Brescia. „Die Strecke lässt keine besondere Taktik zu. Wichtig ist es, in sich hineinzuhören und nicht auf die Gegner zu schielen“.

Mit Alexey Medvedev aus Russland ist auch der frischgebackene Europameister am Start. Urs Huber (SUI) scheint aufgrund der jüngsten Rennergebnisse auch in bestechender Form zu sein und wird von Weltmeister Lakata als heißer Favorit gehandelt. Weitere Stars der Veranstaltung sind die Ex-Weltmeister Roel Paulissen (BEL) und Massimo Debertolis (ITA). Zudem ist fast die komplette italienische Marathon-Nationalmannschaft am Start: Luca Ronchi, Tony Longo, Cristian Cominelli, Simone Ferrero, Cristiano Salerno, Francesco Casagrande, Mattia Longa und Johnny Cattaneo. Auch Fabian Rabensteiner geht als ambitionierter Lokalmatador mit ins Rennen.

Agnes Tschurtschenthaler steigt wieder aufs Bike

Äußerst gut besetzt ist auch das Damenfeld. Dabei stechen die Namen von Sally Bigham (GBR), Katrin Schwing (GER) und Elena Gaddoni (ITA) hervor. Bigham und Schwing haben den Hero bereits zweimal gewonnen, während Gaddoni 2017 Gold geholt hat. Bigham kommt von einer längeren Babypause zurück. “Nach der Geburt meines Sohnes Max vor fünf Monaten versuche ich langsam wieder meine alte Form zurückzugewinnen“, erzählt die stolze Mutter.

Gaddoni sagt hingegen, ihr Ziel sei es, nicht schlechter als im vergangenen Jahr abzuscheiden. “Wichtig ist, dass man sich bei einem so wichtigen Rennen gut fühlt. Der Hero ist die größte und wichtigste Veranstaltung der gesamten Mountainbikebewegung. Und da will man sich natürlich gut präsentieren“.

Gut präsentieren wollen auch die Zweitplatzierten der vergangenen zwei Jahre: die starke Österreicherinnen Christina Kollmann und die Polin Michalina Ziolkowska (POL) genauso wie die Siegerin des Alpine Cup, die Französin Manon Socquet Juglard, die Slowenin Blaza Pintaric und die Österreicherin Andrea Böttger. Aus Südtiroler Sicht steht Agnes Tschurtschenthaler unter besonderer Beobachtung. Die Pusterer Leichtathletin hat bereits einen Mountainbike-Marathon gewonnen.

Leonardo Paez ist der Rekord-Champion

Bisher wurden acht Ausgaben des Hero ausgetragen. In der Nationenwertung führt Italien mit fünf Siegen vor Kolumbien mit vier und Deutschland mit drei. Es folgen Großbritannien mit zwei sowie Norwegen und Österreich mit je einem Sieg.

Bei den Herren ist Leonardo Paez mit vier Siegen der absolute Rekordhalter. Bei den Damen teilen sich Sally Bigham und Katrin Schwing mit je zwei Siegen die erste Position.

Autor: pm/fop

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