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Remco Evenepoel gewann den Ardennen-Klassiker. © APA/afp / TOM GOYVAERTS

Pogacar stürzt schwer, Evenepoel siegt und zeigt Mitgefühl

Tadej Pogacar muss nach einem üblen Sturz seinen Traum vom Ardennen-Triple aufgeben. Den Sieg beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich holte sich wie im Vorjahr Weltmeister Remco Evenepoel.

Evenepoel feierte seine beeindruckende Ardennen-Show nur kurz im berühmten Regenbogentrikot, schnell waren die Gedanken des Weltmeisters bei seinem großen Rivalen Tadej Pogacar. „Es war ein furchtbares Geräusch hinter mir. Ich wusste sofort, dass jemand schwer gestürzt war. Ich wünsche Tadej eine schnelle Genesung. Ich kenne solche Momente aus meiner Karriere“, sagte Evenepoel nach seinem Triumph beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich.


Statt des erhofften Gipfeltreffens wurde es am Sonntag in den verregneten Ardennen der zweite Solo-Triumph des belgischen Wunderkindes. Auf den Erfolg im Trikot des Weltmeisters hatte Evenepoel lange hingearbeitet. „In diesem Trikot zu gewinnen, ist magisch. Ich wollte ein Foto, um es an die Wand zu hängen. Das habe ich geschafft“, sagte der 23-Jährige. Unterdessen lag Pogacar im Krankenhaus von Genk, nachdem er bereits nach 84 des 258,1 Kilometer langen Rennens mit elf schweren Anstiegen gestürzt war.

Mehrere Knochenbrüche bei Pogacar

Pogacars Team UAE teilte mit, der zweimalige Tour-Sieger habe sich unter anderem das Kahnbein gebrochen. Wie lange der 24-Jährige ausfällt, ist noch nicht absehbar. „Es ist zu früh, um das zu sagen. Es ist nicht nur ein Knochen gebrochen, sondern mehrere. Das könnte es kompliziert machen“, saget UAE-Teamchef Mauro Gianetti. Hinter Evenepoel fuhren der Brite Thomas Pidock und der Kolumbianer Santiago Buitrago auf das Podium.

Für Pogacar platzte mit der Aufgabe der Traum vom berühmten Ardennen-Triple. Der Slowene hätte als erst dritter Fahrer nach dem früheren Gerolsteiner-Profi Davide Rebellin (2004) und Philippe Gilbert (2011) das Triple aus Amstel Gold Race, Flèche Wallonne und Lüttich komplettieren können. Nun gilt es für Pogacar, schnell wieder fit zu werden, um die Vorbereitung auf die am 1. Juli beginnende Tour de France aufzunehmen.

Tadej Pogacar (l.) und Remco Evenepoel (r.) vor dem Rennen. © APA/afp / JASPER JACOBS


Sein Rivale Evenepoel lieferte aber ab – und wie! An der bis zu 22 Prozent steilen Côte de la Redoute setzte der 23-Jährige eine erste Attacke, der nur noch Pidcock folgen konnte. Drei Kilometer später war auch der Mountainbike-Olympiasieger abgehängt. „C'est le TGV“, brüllte der belgische Kommentator ins Mikrofon. Der Hochgeschwindigkeitszug Evenepoel rollte unaufhaltsam Richtung Lüttich. Der Vorsprung war schnell auf über eine Minute angewachsen. So ging der Traum von Evenepoel in Erfüllung: Er fuhr im Regenbogen-Trikot des Weltmeisters nach Lüttich.

Vollering holt das Triple

Was Pogacar verpasste, schaffte dagegen Demi Vollering bei den Frauen. Die Niederländerin triumphierte nach ihren Siegen beim Amstel Gold Race und dem Flèche Wallonne auch in Lüttich. Nach 142,8 Kilometern verwies Vollering die Italienerin Elisa Longo Borghini auf Platz zwei.

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