E Rennrad

Eilt von Sieg zu Sieg: Tadej Pogacar. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Tadej Pogacar auf den Spuren von Eddy Merckx

Für Überflieger Tadej Pogacar hätte das Jahr 2021 kaum besser verlaufen können. Bronze bei Olympia, Titelverteidigung auf der Tour de France, Sieger beim Klassiker La Doyenne. Mit seinem Erfolg beim Giro di Lombardia schließt der Slowene nun sogar zu einem Großen der Radsportgeschichte auf: Eddy Merckx. Ein Überblick zu seinen Erfolgen.

Die Laufbahn von Tadej Pogacar gleicht bereits jetzt einer Bilderbuchkarriere. Mit nur 23 Jahren hat er bereits das erreicht, wovon viele Radsportler nur träumen können – die Tour de France zu gewinnen. Der Slowene konnte die Rundfahrt aber nicht nur im Sturm erobern, sondern seinen Titel aus dem Vorjahr sogar verteidigen. Pogacar hat die Welt des Radsports in den vergangenen Jahren auf den Kopf gestellt.


Selten erlebt man den Slowenen passiv und zurückhaltend, sein Fahrstil bringt einen frischen Wind in das Peloton. Während in den letzten Jahren die großen Teams wie Sky in den Rundfahrten auf Rationalität und Verwaltung setzten, inszeniert sich Pogacar häufig als Protagonist und setzt auf seine individuelle Stärke.

Vuelta 2019 – Erstes Ausrufezeichen
Bereits vor seinem 21. Geburtstag macht der Slowene mit einem Paukenschlag auf sich aufmerksam. Bei seinem ersten Auftritt bei einer Großrundfahrt, gelingt Pogacar auf Anhieb der Sprung aufs Podest. Mit drei Etappensiegen und dem dritten Platz in der Gesamtwertung empfiehlt sich das aufstrebende Talent für weitere Aufgaben. Im Jahr darauf sollte er schließlich zum ersten Mal ganz alleine im Rampenlicht stehen.

Sein Anstieg am Col de Peyresourde bei der Tour de France 2020 war vielleicht sein endgültiger Durchbruch. Der neue Mann in Gelb pulverisierte geradezu einen Etappenrekord aus dem Jahre 2003. Die Welt des Radsports war schockiert – im positiven Sinne. Ein nahezu unbekanntes Talent eilte ausgerechnet im wichtigsten Ereignis des Jahres den Stars im Feld davon. Seinem Teamkollegen und eigentlichen Favoriten Primoz Roglic lief Pogacar den Rang ab und sicherte sich am Ende das Gelbe Trikot.
Tour de France und Olympia
Das Jahr 2021 verlief nicht weniger erfolgreich. Im April gelang Pogacar auf der Strecke Lüttich-Bastogne-Lüttich (La Doyenne) der erste Sieg bei einem der prestigeträchtigen Klassiker. Dieser Erfolg sollte aber nur der Vorgeschmack auf seine Glanzleistungen im Sommer sein.

Ein Bild, an das man sich bereits gewöhnt hat. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT


Bei der Tour de France zog der Titelverteidiger natürlich als Favorit ins Starterfeld und konnte dieser Rolle auch mehr als nur gerecht werden. Nach der 8. Etappe übernahm er das Gelbe Trikot und baute seinen Vorsprung in der Gesamtführung immer weiter aus. Am Ende betrug der Vorsprung 5 Minuten und 20 Sekunden, neben dem Gelben Trikot sicherte sich Pogacar noch die Berg- und Nachwuchswertung.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio haderte er im Nachhinein mit seiner Taktik, über die Bronzemedaille konnte sich der Slowene aber trotzdem freuen. Am Ende war das Edelmetall Sinnbild für eine beeindruckende Karriere.
Der Weg in die Geschichtsbücher
Nachdem sich Pogacar sowohl bei den Europa- als auch den Weltmeisterschaften jeweils in den Top 10 platzieren konnte, stand mit dem Giro di Lombardia ein weiterer Klassiker auf dem Programm. Trotz seines Debüts beim italienischen Monument konnte er sich auf der 239 Kilometer langen Strecke von Como nach Bergamo durchsetzen und seinen zweiten Triumph bei einem Klassiker feiern.

Dieser Sieg bedeutete gleichzeitig auch das Gleichziehen mit einem der Großen der Radsportgeschichte. Bisher war es nämlich nur Eddy Merckx in den Jahren 1971 und 1972 gelungen, die Tour de France, La Doyenne und den Giro di Lombarida in derselben Saison zu gewinnen. Mit nur 23 Jahren schließt Pogacar also bereits zu den Legenden des Sports auf.

Inwiefern sich sein Siegeslauf fortsetzen kann, bleibt aber abzuwarten. Sollte er sich nämlich weiterhin auch auf die Klassiker konzentrieren, dürfte eine derartige Machtdemonstration wie bei der Tour de France 2021 nur noch schwer möglich sein – und das Feld damit weiter zusammenrücken.

Schlagwörter: radsport Tadej Pogacar

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