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Tadej Pogacar fing Primoz Roglic noch ab. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Unglaublich: Pogacar nach sensationellem Zeitfahren vor Tour-Sieg

Sensation bei der Tour de France: Der junge Slowene Tadej Pogacar hat völlig überraschend im Bergzeitfahren am vorletzten Tag seinem bislang so souveränen Landsmann Primoz Roglic das Gelbe Trikot abgenommen und steht unmittelbar vor dem Gesamtsieg.

Der 21-Jährige gewann am Samstag nach einer furiosen Fahrt den Kampf gegen die Uhr über 36,2 Kilometer von Lure nach La Planche des Belles Filles und ließ Roglic 1:56 Minuten hinter sich. Pogacar geht nun mit einem Vorsprung von 59 Sekunden auf die letzte Etappe nach Paris, wo das Gelbe Trikot traditionsgemäß nicht mehr angegriffen wird. „Ich glaube, ich träume. Ich weiß nicht, wann ich das kapieren werde“, sagte Pogacar, der nach seiner Triumphfahrt völlig platt, aber überglücklich war.


Damit wurden Erinnerungen an das spannende Tour-Finale 1989 wach, als Greg Lemond im abschließenden Einzelzeitfahren noch Laurent Fignon abfing und mit acht Sekunden Vorsprung den Toursieg holte.

Das Unmögliche möglich gemacht
Wer hätte das gedacht? Roglic war der große Favorit, hatte er in seiner Karriere doch schon vier Zeitfahren bei großen Rundfahrten gewonnen. Doch der sonst so coole Ex-Skispringer verlor offenbar die Nerven. Kilometer für Kilometer büßte er Zeit ein, am Schlussanstieg ging dann nichts mehr. Im Ziel sackte Roglic zu Boden, sein großer Traum war geplatzt.

Primoz Roglic war am Boden zerstört. © APA/afp / CHRISTOPHE PETIT TESSON


Pogacar benötigte für die 36,2 Kilometer mit der heftigen Kletterpartie nur 55:55 Minuten und war damit sogar 1:21 Minuten schneller als Roglics Teamkollege Tom Dumoulin und dem Australier Richie Porte, der noch auf den dritten Gesamtrang vorrückte. Es war zugleich der dritte Etappensieg des Youngsters bei der Tour 2021. Dabei war es seine erste Teilnahme an der Frankreich-Rundfahrt.

Schon im vergangenen Jahr hatte Pogacar bei der Vuelta mit drei Etappensiegen und Gesamtrang drei verblüfft. Damals triumphierte noch Roglic. „Ich muss die Arbeit zu Ende bringen“, hatte Roglic vor dem Bergzeitfahren noch gesagt.
Pogacar geht aufs Ganze
Es wurde richtig spannend. Schon nach wenigen Kilometern hatte Roglic zwölf Sekunden auf seinen jungen Rivalen verloren. Nach 20 Kilometern war der Rückstand auf 28 Sekunden angewachsen. Und das im flachen Teil der Strecke, auf dem Roglic klar favorisiert war. Am Schlussanstieg kannte Pogacar dann kein Halten mehr.

Tadej Pogacar fuhr am Samstag in einer eigenen Liga. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT


Damit gewinnt Pogacar auch noch das Bergtrikot und natürlich das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Das Grüne Trikot ist dem Iren Sam Bennett bei 55 Zählern Vorsprung auf Ex-Weltmeister Peter Sagan kaum mehr zu nehmen. Damit endet eine Ära, sieben Mal hatte der Bora-hansgrohe-Kapitän in den letzten acht Jahren das Maillot Vert getragen. Einzige Unterbrechung war seine Disqualifikation 2017.

Die 21. und letzte Etappe startet in Mantes-la-Jolie und endet nach 122 Kilometer auf den Champs Élysées. Dort dürfte es wieder zu einem Massensprint kommen. Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen sind aber nur 5000 Zuschauer im Zielbereich erlaubt.

Autor: apa/dpa

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