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Andreas Seppi ist in der dritten Runde ausgeschieden. © APA/getty / AL BELLO

Der Sensationsmann beendet Seppis New-York-Märchen

Andreas Seppi hat bei den US Open für Begeisterung und Verblüffung gesorgt. In der dritten Runde des Major-Turniers in New York ging das Spätsommermärchen des 37-jährigen Kalterers aber zu Ende.

Seppi verlor am Samstagabend (MESZ) gegen den deutschen Qualifikanten und Überflieger Oscar Otte nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden mit 3:6, 4:6, 6:2, 5:7. Damit hat der Überetscher den erstmaligen Einzug in das Achtelfinale der US Open verpasst, in diesen Tagen aber viele Sympathie- und Anerkennungspunkte gesammelt. Und: Er wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach in den Top 100 bleiben.


Auf dem Papier war Seppi am Samstag als Favorit einzuschätzen. In der Weltrangliste liegt der 37-Jährige auf Platz 89, während Otte „nur“ auf Rang 144 zu finden ist. Zudem musste der 28-jährige Deutsche durch die harte Mühle der Qualifikation. Doch der Kölner hat in New York einen grandiosen Lauf: So schaltete er in den vorherigen Runden Lorenzo Sonego (ATP 23) und Denis Kudla (ATP 92) aus. Kurzum: Otte ist im Big Apple der Sensationsmann.

Oscar Otte steht im Achtelfinale. © APA/getty / AL BELLO


Aber auch Seppi wurde in New York zu einer kleinen Sensation, konnte er doch die hoch eingeschätzten Marton Fucsovics (ATP 41) und Hubert Hurkacz (ATP 13) in den ersten beiden Runden eliminieren. Das Match hatte also ordentlich was zu bieten. In der Tat bekamen die Fans ein umkämpftes Drittrundenspiel zu sehen, in dem Seppi schnell mit 0:2 nach Sätzen zurücklag, danach aber noch einmal einen bemerkenswerten Angriff startete. Doch Otte war an diesem Tag schlicht und einfach zu stark. Er trifft im Achtelfinale nun auf Italiens besten Tennisspieler Matteo Berrettini.
Startschwierigkeiten bei Seppi
Seppi hatte bei hochsommerlichen Temperaturen auf Court 17 in Flushing Meadows Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen. Seine ersten beiden Siege in diesem Turnier haben ihre Spuren hinterlassen, der Kalterer machte einen müden Eindruck, spielte abwartend und überließ seinem Gegenüber die Initiative. In drei seiner vier Aufschlagspiele im ersten Satz ließ der 37-Jährige Breakchancen zu, zwei davon nutzte Otte aus: Zuerst zum 3:1 und dann zum 5:3, weshalb der Deutsche anschließend auch den ersten Satz souverän zumachte.

Seppi zeigte wieder einmal großes Kämpferherz. © APA/getty / AL BELLO


Im zweiten Abschnitt kam „Andy“ zunächst besser aus den Startlöchern und führte 2:1. Doch danach streute der Überetscher viele leichte Fehler ein, während Überflieger Otte gut servierte und von den Schnitzern seines um neun Jahre älteren Gegners profitierte. Das Ergebnis: 6:4 Satzgewinn für den Deutschen, der nun also mit 2:0 führte. Ein von Euphorie getriebener Qualifikant auf der einen Seite, ein sichtlich angeschlagener Seppi auf der anderen – kurzum: Viel sprach zu jenem Zeitpunkt nicht mehr dafür, dass der 37-Jährige in diesem Spiel noch einmal zurückkommen sollte.
Der Routinier meldet sich eindrucksvoll zurück
Doch einen Andreas Seppi darf man niemals abschreiben. Der Südtiroler nahm sich eine kurze Toilettenpause und kam wie verwandelt auf den Platz zurück. Er nahm Otte prompt den Aufschlag ab und zog auf 3:0 davon. Weil Seppi danach bei eigenem Service immer mehr Sicherheit gewann und sein Spiel insgesamt viel solider wirkte, heimste er den Satz mit einer sich bietenden Breakchance ein. Der Kalterer war nun endgültig im Spiel!

Das wurde auch im vierten Satz ersichtlich. Was auffiel: Besonders der Service von Seppi funktionierte nun reibungslos, während Otte eindeutig mehr kämpfen musste, um den Anschluss nicht zu verlieren. Trotzdem brachten beide Profis ihre Aufschläge durch. Dann aber kam das verhängnisvolle 11. Game, in dem Otte dem Routinier den Service abnahm und kurz darauf den ersten Matchball verwandelte.

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