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Jannik Sinner lief am Mittwochabend zur Hochform auf. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Wie ein TGV: Sinner eilt in Runde drei

Mit einer Machtdemonstration hat Jannik Sinner am Mittwochabend den Qualifikanten Benjamin Bonzi (ATP 227) besiegt und die dritte Runde der French Open erreicht.

Die beiden Akteure mussten sich in den Katakomben der Anlage in Paris lange gedulden: Einerseits, weil der Regen zu Beginn des Tages den Spielverderber spielte und alle Partien auf den Außenplätzen verzögerte. Andererseits, weil die Begegnung zwischen dem Italiener Stefano Travaglia und dem Japaner Kei Nishikori, die vor dem Sinner-Match angesetzt war, knapp vier Stunden dauerte. Schließlich betraten Sinner und Bonzi unter Flutlicht, das bei den diesjährigen French Open erstmals zum Einsatz kommt, erst um 19.40 Uhr den Court 14. Und der Favorit vergeudete keine Zeit und machte seinem fünf Jahre älteren Kontrahent sofort klar, wer Herr im Haus ist. Mit einer schier perfekten Leistung fertigte er den Franzosen in weniger als zwei Stunden mit 6:2, 6:4 und 6:4 ab und zog erstmals in seiner jungen Karriere in die dritte Runde eines Grand Slams ein.

Furioser Start ebnet Weg zum Sieg
Vom ersten Spiel an kam Sinners Matchplan, den er mit seinem Coach Riccardo Piatti ausgefeilt hatte, klar und deutlich zum Vorschein. Ziel war es, die wacklige Rückhand Bonzis zu bearbeiten und sie mit druckvollen Grundschlägen zu Fehlern zu zwingen. Dem Youngster gelang jedoch nicht nur dies hervorragend. Sinner schaffte es auch, den Aufschlag des Franzosen sowie dessen krachende Vorhand zu entschärfen. Das Ergebnis: Schon nach wenigen Minuten lag der 19-Jährige im ersten Satz uneinholbar mit 5:0 in Front. Zwar leistete er sich dann einen Aussetzer, bügelte diesen jedoch zum 6:2-Satzgewinn prompt wieder aus.

Der Klassenunterschied, der sich in Durchgang eins manifestiert hatte, zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Partie, wenngleich Bonzi sein Niveau kontinuierlich steigerte. Vor allem Mitte des zweiten Satzes bot der 24-Jährige dem Südtiroler Paroli. Den Wind aus seinen Segeln nahm er – trotz drei abgewehrten Satzbällen – aber nicht. Der in der Defensive erneut stark auftretende Sinner gewann auch den zweiten Satz hochverdient mit 6:4.
Jetzt wartet Coria
Dass Sinner das Match über die gesamte Distanz fest im Griff hatte, zeigt der Umstand, dass er zu keinem Zeitpunkt in Rückstand lag. Denn auch der dritte Satz begann wie die beiden zuvor – nämlich mit einem Break zugunsten des Weltranglisten-75.. Im Stile eines Spitzenspielers gab er dieses bis zum Ende der Partie auch nicht mehr ab, obwohl dem Sextner ausgerechnet beim ersten Matchball ein Doppelfehler unterlief. Im dritten Anlauf machte er es schließlich besser – und bescherte sich mit einer krachenden Rückhand die Linie runter einen der wichtigsten Siege seiner Karriere.

Nun wartet in der dritten Runde der ausgewiesene Sandplatz-Spezialist Federico Coria (ATP 99), der zuvor den Franzosen Benoit Paire ausgeschaltet hatte. Sinner geht angesichts seiner Leistungen als Favorit ins Rennen, zu unterschätzen ist der Argentinier, dessen Bruder Guillermo 2004 an gleicher Stelle bis ins Finale vorstieß, aber keineswegs.

Schlagwörter: Tennis

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Kommentare (1)

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Martin Schafer [melden]

Puschtra Bluit isch ka Nudlsuppe!

01.10.2020 04:13

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