X Volleyball

Raphaela Folie (rechts) hat ein großartiges Comeback gegeben. © fivb

Rapha Folie zwischen Olympia-Träumen und Schulbüchern

Raphaela Folie hat turbulente Wochen hinter sich, die mit ihrem traumhaften Comeback bei der Olympia-Quali gipfelten. Nach einem für sie sehr schwierigen Jahr hat Südtirols beste Volleyballerin nun also wieder zu alter Stärke zurückgefunden.

Wie groß die Last war, die von Raphaela Folie abgefallen ist, war am Sonntagabend zu sehen: Nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation, zu der sie einen großen Teil beigetragen hat, ist die Missianerin in Tränen ausgebrochen. „Da waren einfach 1000 Emotionen dabei“, sagte Folie. Die 28-Jährige zählte in den drei Spielen zu den großen Stützen in Italiens Team und war mit insgesamt 23 Punkten auch brandgefährlich. Und das, obwohl der Volleyball-Star von Conegliano ein schwieriges Jahr hinter sich hat, nun aber wieder ganz der Alte zu sein scheint.

Mit SportNews sprach Folie über…
… ihr Traum-Comeback beim Olympia-Quali-Turnier in Catania:

„Ich habe mir überhaupt nicht erwartet, dass ich spielen werde. Ich hatte im letzten Jahr immer Probleme mit meinem Knie und habe vor der Olympia-Quali erst zweieinhalb Wochen mit der Nationalmannschaft trainiert. Dass ich dann beim wichtigsten Turnier des Jahres sofort in das Team rücke, hätte ich mir Null erwartet. Der Trainer hatte aber viel Vertrauen in mich und ich konnte es ihm zurückzahlen. Der Enthusiasmus und die Emotionen auf dem Feld waren einzigartig.“

Nach dem Sieg beim Olympia-Quali-Turnier wurde Raphaela Folie (links) von den Gefühlen übermannt (Foto: FIVB).


… das schwierige letzte Jahr:

„Es war ein Jahr, in dem es viele Probleme gab. Im April 2018 habe ich mir das Kreuzband, Seitenband und den Meniskus im linken Knie gerissen. Diese Verletzung ist zwar ausgeheilt, das Knie war aber immer noch instabil, deshalb habe ich bei meiner Saison in Conegliano auch nie das alte Level erreicht. Das Problem war, dass ich zu wenig Muskeln hatte, die das Knie eigentlich hätten stabilisieren sollen. Deshalb bin ich nach der Saison drei Wochen lang nach Udine (in die Reha-Abteilung des Serie-A-Klubs, Anm. d. Red.) gegangen, wo ich ein kräftezehrendes Aufbauprogramm gemacht habe. Danach habe ich mich gefühlt wie vor der Verletzung, das Knie war wieder stabil, die Sicherheit zurück. Ab da hat eine ganz andere Musik gespielt. Mein Comeback widme ich deshalb dem Team aus Udine, das mich auf Vordermann gebracht hat.“


... Urlaub oder Feiern nach dem Triumph im Olympia-Quali-Turnier:

„Wir hatten jetzt eine Woche frei, für Urlaub oder Feiern blieb aber keine Zeit. Ich musste ordentlich lernen, weil ich im September drei wichtige Prüfungen habe. Ich bin in der Online-Universität 'Pegaso' eingeschrieben und absolviere dort den Lehrgang Erziehung. Ich kann mir vorstellen, später einmal als Kindergärtnerin oder Lehrerin zu arbeiten.“

Folie zeigte stark auf (Foto: FIVB).



… den weiteren Fahrplan:

„Ende August werden wir nach Polen starten, wo die Europameisterschaft auf dem Programm steht. Anfang September werde ich dann ins Training von Conegliano einsteigen, wo uns heuer eine intensive Saison erwartet, immerhin sind wir bei fünf Bewerben mit dabei. Ob da auch Zeit bleibt, mal nach Hause nach Südtirol zu kommen? Ja, aber nur so vier, fünf Mal im Jahr. Vor allem während der Saison ist es schwierig, weil wir da selten mehr als zwei Tage frei haben. Wenn es sich ergibt, komme ich aber immer gerne nach Missian zurück.“


… die Frage, ob Raphaela Folie bei den Olympischen Spielen 2020 zu sehen sein wird:

„Ich hoffe schon (lacht). Ich war zuletzt viel verletzt und hoffe einfach, dass ich fit bleibe. Bei Olympia dabei zu sein, das wäre ein Traum. Vor vier Jahren wurde ich nicht einberufen, weil es mit dem Trainer Probleme gab. Hoffentlich klappt es dieses Mal.“


Fragen: Thomas Debelyak

Autor: det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2020 Sportnews - IT00853870210