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Aksel Lund Svindal bereitet sich auch bei kältesten Temperaturen auf die WM-Abfahrt vor. © instagram/Aksel Lund Svindal

Svindal: „Wenn die Tränen losgehen, lasse ich sie fließen“

Das letzte Rennen seiner Karriere soll ein besonderes werden. Aksel Lund Svindal hofft auf ein „grande finale“ in der WM-Abfahrt am Samstag. Vor allem bei Kjetil Jansrud ist das Bedauern über den Rücktritt seines Teamkollegen groß.

„Ich weiß, dass es speziell wird, aber ich hoffe, dass es eine gute Sache wird. Natürlich ist es ein Rennen. Da ist jeder nervös. Speziell wenn es eine WM ist, das werden wenigstens fünfzig Prozent der Gefühle sein. Über die anderen fünfzig Prozent bin ich nicht sicher, ich war noch nie in der Situation. Alles in allem bin ich glücklich“, sagte der 36-jährige Svindal am Donnerstagabend in einer Pressekonferenz des norwegischen Verbandes in der Copperhill Mountain Lodge.

Er wisse noch nicht, wie es werde, aber Emotionen auf die Seite schieben müsse man als Athlet immer, perfekt wäre es, alles gut kombinieren zu können, erklärte Svindal. Und er lässt sich auch davon überraschen, ob Tränen fließen werden: „Wenn sie kommen, ist das ein sehr starkes Signal. Ich weiß nicht, ob die bei mir verschlossen sind, aber sie kommen nicht so oft. Wenn sie losgehen, lasse ich sie fließen“, erklärte der Norweger.

Aksel Lund Svindal wird am Samstag sein letztes Rennen bestreiten. © instagram/aksel lund svindal


Svindal: „Es wird kein Goodbye-Run“
Svindal wählte für seinen Abschied ein großes Rennen, andere fahren beim Farewell in lustigen Kostümen das letzte Mal durch einen Kurs und klatschen dabei mit Trainern und Wegbegleitern ab. Nicht seine Art. „Das macht es ein bisschen härter. Du bist in zwei Welten. Es wäre perfekt, im Starthaus zu stehen und sich bei allen zu verabschieden, aber ich muss rennfahren. Deshalb kann ich schon verstehen, dass andere Leute einen Goodbye-Run machen. Aber ich will ein richtiges Rennen machen.“ Danach gäbe es im Zielraum immer noch die Möglichkeit, Hände zu schütteln.

Familie, Freunde, viele Norweger werden zu dem Rennen nach Schweden kommen. „Es wird unmöglich werden, mit allen reden, aber ich hoffe mit vielen. Vielleicht bleibe ich auch noch ein paar Tage hier, da habe ich Zeit, Leute zu treffen. Und dann gehe ich langsam in die Pension.“ Eine Party mit dem Verband und mit Head und der ebenfalls zurücktretenden Lindsey Vonn werde es natürlich auch geben.

Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud waren Konkurrenten und Kollegen zugleich. © APA/afp / OLIVIER MORIN

Norwegischer Cheftrainer: „Als Teamkamerad ist Aksel unersetzlich“
Der 33-jährige Kjetil Jansrud war 15 Jahre, als er Svindal kennenlernte. „Er kann gute Entscheidungen treffen und gute Analysen machen in schwierigen Situationen. Egal, ob es im Marketing, der Technik, beim Skifahren oder innerhalb der Mannschaft ist.“ Es werde ihm fehlen, sich mit ihm direkt auszutauschen und abzustimmen. „Wir werden ihn vermissen“, sagte Jansrud.

In der Zwischenzeit werden seine Weggefährten und Nachfolger versuchen, die Lücke auszufüllen, die er hinterlässt. „Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, dass wir eine Mannschaft haben, an dem müssen wir jetzt einfach weiterarbeiten, ohne Aksel“, sagte Herren-Cheftrainer Christian Mitter. „Als Teamkamerad ist Aksel unersetzlich. Seine beste Eigenschaft ist, dass er sein Umfeld besser macht. Mit seinem Feedback erlaubt er jedem so gut zu sein wie irgendwie möglich“, sagte er über den Vorzeigeathleten, dem Fairness immer sehr wichtig gewesen war.


Autor: apa/dl

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