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Bereits 2007 wurde in Åre um WM-Medaillen gefahren, die Bronzene ging damals an Denise Karbon. © EPA

WM-Expertenrunde: Denise Karbon tippt im Riesentorlauf auf...

In unserer WM-Rubrik geben ehemalige oder verletzte Südtiroler Ski-Asse ihre Tipps zur jeweiligen Paradedisziplin ab. In Hinblick auf den heutigen Damen-Riesentorlauf (14.15/17.45 Uhr) haben wir mit Denise Karbon gesprochen.

Die heute 38-jährige Kastelrutherin zählte über ein Jahrzehnt zum Besten, was Italiens Skirennsport zu bieten hatte. Vor fünf Jahren beendete sie ihre aktive Karriere. Karbon war bekannt dafür, besonders bei Weltmeisterschaften zur absoluten Hochform aufzulaufen, so verzeichnete sie bei ihren sechs WM-Teilnahmen insgesamt fünf Top-4-Ergebnisse. Im Jahr 2003 stand die Riesentorläuferin in St. Moritz als Zweite am Podium, vier Jahre später schnappte sie sich in Åre die Bronzene. Sie weiß also, wie man im schwedischen WM-Ort aufs „Stockerl“ fährt.

Denise Karbon über...
… Favoriten und Geheimfavoriten beim Damen-Riesentorlauf:
„In dieser Disziplin gibt es einen sehr großen Kreis an Medaillenanwärterinnen. Topfavoritin ist aber sicherlich Mikaela Shiffrin, die einfach eine enorme Klasse hat und einen Lauf dosieren kann, wie keine andere. Am ehesten könnten ihre Federica Brignone, Viktoria Rebensburg, Tessa Worley und Petra Vlhová gefährlich werden, wobei ich letzte zwei aufgrund ihres eher groben Fahrstils auf diesem Schnee leicht im Nachteil sehe.“

… die Chancen der „Azzurre“:
„Die besten Karten der Italienerinnen besitzt Federica Brignone. Sie fährt eine runde Linie und setzt alles auf die Taillierung, das kann ihr bei dem griffigen Untergrund in Åre zugute kommen. Auch der formstarken und selbstbewussten Marta Bassino traue ich ein Spitzenergebnis zu. Sofia Goggia ist zwar eine wahre Wundertüte, doch aufgrund ihres Trainingsrückstand im Riesentorlauf, ist sie für mich keine heiße Podiumsanwärterin. Schade, dass ausgerechnet in meinem Lieblingsrennen keine Südtirolerin am Start ist.“

… ihr schönstes WM-Erlebnis:
„Meine erste Medaille 2003 in St. Moritz war gewiss speziell, doch die schönsten WM-Momente hatte ich in Åre. Aufgrund der frühen Dunkelheit wird die Entscheidung dort bei Scheinwerferlicht ausgetragen, das erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre. Den Moment, als ich auf der Medal Plaza die Bronzene umgehängt bekommen habe, werde ich mein Leben lang nie vergessen.“

… Schwierigkeiten bei einem WM-Rennen:
„Es ist dieser Alles-oder-Nichts-Moment. Mir hat das enorm getaugt, doch es gibt Läuferinnen, denen dieses Gefühl Schwierigkeiten bereitet. Ich habe nie zu den Gold-Anwärterinnen gezählt und konnte einigermaßen befreit drauflosfahren, die großen Favoritinnen haben allerdings einen extremen Druck lasten, der einen hemmen und verunsichern kann. Zudem ist es wichtig, sich bei all dem Rummel während einer WM nicht ablenken zu lassen und stets die Coolness zu bewahren.“

… ihren Siegertipp:
„Mikaela Shiffrin, wie könnte es anders sein.“ (schmunzelt)

Autor: fop

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