v Rodeln Naturbahn

Ein Schnappschuss von ihrer Wanderung in Portugal: Greta Pinggera am südwestlichsten Punkt Europas. © privat

Greta Pinggeras Zweifel sind verflogen

Schon seit Jahren liefert sich Greta Pinggera bei den Naturbahnrodlern mit Evelin Lanthaler epische Duelle an der Weltcupspitze. Nach der vergangenen Saison hegte die sympathische Laaserin jedoch Zweifel an ihrer sportlichen Zukunft. Diese sind mittlerweile verflogen – auch dank einer speziellen Art der „Therapie“.

Dass die Saison der Naturbahnrodler zu Ende ist, bekommt man auch immer ganz gut auf den sozialen Kanälen von Greta Pinggera mit. Dann sucht die Vinschgerin nämlich gern mal das Weite. Vor zwei Jahren, als die Welt noch coronafrei war, verschlug es sie für mehrere Wochen nach Neuseeland. Heuer machte sich die 26-Jährige Anfang Mai kurzerhand nach Portugal zu einer Fernwanderung auf. „Ich bin vom Landesinneren bis zum südwestlichen Punkt Europas gewandert. Insgesamt habe ich in 12 Tagesetappen 250 Kilometer zu Fuß gemacht“, verrät Pinggera im Gespräch mit SportNews.


Zu Beginn war die Weltmeisterin von 2017 noch alleine unterwegs gewesen, danach bekam sie auf ihrer anspruchsvollen Wandertour quer durch die portugiesische Idylle Unterstützung von ihrer Mutter. „Ich nehme mir gerne mal so eine Auszeit für eine Reise. Ich denke mir immer: Was man erlebt hat, hat man erlebt. Wenn man nichts von der Welt sehen würde, würde mir etwas fehlen“, erklärt Pinggera. Eine solche Auszeit benötigt sie auch immer wieder, um den Kopf freizubekommen. Das ist ihr nun gelungen, auch was das Sportliche anbelangt: Pinggera wird auch in der kommenden Saison im Weltcup im Einsatz sein.

„Im Sommer 2022 steht eine wichtige Entscheidung an.“
Greta Pinggera

„Nach dem Ende der letzten Saison habe ich mir schon Gedanken gemacht, wie es mit meinem Leben und vor allem meiner beruflichen Karriere weitergeht“, erklärt die 26-Jährige, die neben ihrem Sportler-Dasein auch eine begabte Konditorin ist und bei jeder Gelegenheit im Familienbetrieb in Laas tatkräftig anpackt. Trotzdem hegt Pinggera den Wunsch, sich irgendwann einmal etwas selbst aufzubauen – doch das kann noch warten.

Greta Pinggera zählt zu den besten Naturbahnrodlerinnen der Welt. © Hermann Sobe


„Der Gedanke, die Rodel endgültig zu verkaufen, war nach der letzten Saison nicht konkret. Ich habe stattdessen beschlossen, mindestens ein Jahr noch weiterzumachen. Im Sommer 2022 steht nämlich eine wichtige Entscheidung an: Dann erfahren wir, ob Naturbahnrodeln olympisch wird oder nicht. Erst wenn ich das weiß, will ich mir wieder Gedanken über die sportliche Zukunft machen“, so Pinggera.
Ein 12-Stunden-Tag zwischen Training und Kuchen
Aktuell ist die Laaserin also wieder voll im Training. Weil sie zeitgleich auch in der Konditorei arbeiten muss („Ich bin vorwiegend in der Backstube aktiv“), ist es oft nicht einfach, die Einheiten unterzubringen. „Mein Tag beginnt meist schon gegen halb 6 Uhr. Ich gehe zwei Stunden trainieren und dann zur Arbeit. Mein Glück ist, dass ich mir den Job gut selber einteilen kann“, ist Pinggera froh. Trotzdem kann so ein Tag auch mal lang werden. „Es kommt vor, dass ich auch Mal 12 Stunden auf den Füßen bin. Aber ich mache es gerne“, so Pinggera.

Die Laaserin hat ihre Wanderung in Portugal sehr genossen.


Ziele für die nächste Saison hat sich die Vinschgerin jedenfalls schon gesteckt. „Klar, die Evelin (Lanthaler, Anm. d. Red.) zu schlagen, ist immer das Ziel. Ich will im Weltcup vorne mitfahren und hoffe, wieder durchstarten zu können.“ Weniger groß ist die Zuversicht auf die Olympia-Entscheidung in puncto Naturbahnrodeln. „Ich bin eigentlich keine Pessimistin, aber bevor ich nicht schwarz auf weiß sehe, dass unser Sport olympisch wird, habe ich eher wenig Hoffnung.“ Das ist aber Zukunftsmusik. Auch für Greta Pinggera, die zurzeit andere Sachen im Fokus hat – allen voran die Rückkehr auf die Rodelbahn.

Schlagwörter: Wintersport

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