L Ski Alpin

Marco Schwarz konnte sich am Sonntag nicht für den 2. Durchgang qualifizieren. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Katerstimmung beim ÖSV: „Die Konkurrenz ist einfach besser“

Die Bilanz des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) als organisatorischer Wächter über den Weltcup-Auftakt in Sölden ist positiv, doch sportlich herrscht nach zwei unerwartet deftigen Niederlagen Katerstimmung.

Der Riesentorlauf ist eine Mega-Baustelle, das ist aber nicht erst seit Sonntag klar. Auch das neue Trainerteam um Michael Pircher könne „kein Wunder vollbringen“, stellte Herren-Chef Andreas Puelacher fest. So bleiben nur die Schlagwörter Hoffnung und harte Arbeit.


„Man muss den Tatsachen ins Auge schauen“
Andreas Puelacher, Chefcoach der ÖSV-Herren

Stefan Brennsteiner als bester ÖSV-Läufer 17., bei den Damen schauten am Samstag die Plätze 15, 17 und 19 durch Katharina Truppe, Stephanie Brunner und Ramona Siebenhofer heraus. Das Sölden-Wochenende war für den ÖSV ein Griff ins Leere. „Man muss den Tatsachen ins Auge schauen. Wir sind im Riesen zurzeit nicht dabei, die Konkurrenz ist einfach besser als wir“, brachte es Österreichs Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher auf den Punkt.

Von links: Andreas Puelacher , Edi Unterberger (Ex-Servicemann von Marcel Hirscher), Ferdinand Hirscher (Vater von Marcel) haben noch viel Arbeit vor sich. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Schröcksnadel bleibt noch ruhig
„Leitinger war schnell am Weg, Brennsteiner wollte natürlich heute Punkte machen, ist aber relativ gut gefahren“, ließ ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel Milde walten. „Ich bin sicher, dass sie schnell fahren können, das haben sie ganz oben gezeigt. Sie haben es halt nicht heruntergebracht. Aber ich bin sicher, dass sie es können.“

„Wir werden uns mit kleinen Teilerfolgen begnügen müssen“, umriss wiederum Gruppentrainer Pircher die Situation, die in den nächsten Monaten wartet. Eine zarte ÖSV-Hoffnung ist Manuel Feller, der in Sölden wegen seiner Rückenprobleme, die während des Lockdowns wieder verstärkt aufgetreten waren, gefehlt hat. Gleiches gilt für Marco Schwarz, für den der Saisonstart nach einem komplett verhauten Lauf (39.) zur Halbzeit gegessen war.
Hirschers Erfolge haben vieles verdeckt
Grundsätzlich ist klar, dass Marcel Hirscher viel zugedeckt und die mediale Aufmerksamkeit von den Schattenseiten seiner Erfolge weggelenkt haben. Von 2010 bis 2019, als der Superman aus Salzburg im Weltcup etabliert war, gab es rein auf Weltcup-Ebene nur einen weiteren ÖSV-Sieg (Philipp Schörghofer 2011 in Hinterstoder) und gut ein Dutzend weitere Podestplätze.

Der seit dem Abschied von Hans Pum als Sportchef amtierende Anton Giger hat ein neues Trainerteam installiert, mit dem früheren Hirscher-Coach Pircher und Hirscher-Papa Ferdinand als erhoffte Garanten für Erfolg. Die werden jedoch Zeit brauchen, da ihr Ansatz grundlegend eingreift, nämlich bei der Schwungtechnik.

Autor: dl/apa

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210