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Blickt ratlos: Dominik Paris. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Kitzbühel-Abfahrt: Kilde triumphiert, Südtiroler frustriert

Aleksander Aamodt Kilde auf dem Siegertreppchen, zwei Franzosen, die Unglaubliches leisten und die Südtiroler, die einen rätselhaften Tag hinter sich haben: Bei der ersten Abfahrt von Kitzbühel gab es ein Wechselbad der Gefühle.

Als Dominik Paris am Freitagmittag im Ziel von Kitzbühel abschwang, war sein Blick ungläubig. Eine Sekunde hatte er bei seinem Rennen – das wegen des Windes auf verkürzter Strecke ausgetragen wurde – auf den bis dahin Führenden Österreicher Daniel Hemetsberger eingebüßt. Weil danach noch einige Läufer die Top-Zeiten unterboten, häufte der Ultner bis zum Schluss mehr als zwei Sekunden Rückstand an und wird im Endklassement auf Rang 27 geführt. Damit steht dem 32-Jährigen sein schwächstes Abfahrtsergebnis in Kitzbühel seit dem 31. Platz von 2014 zu Buche.


Dabei war bei der Paris-Fahrt kein gröberer Fehler zu erkennen, doch man merkte dem kräftigen Ski-Star an, dass er während des ganzen Auftritts nur schwer an Tempo aufbauen konnte. Ein Material-Fauxpas? Oder lag es an der frühen Startnummer 5? Fakt ist, dass sich in den Top 6 am Ende mit Matthias Mayer (Platz 4) nur ein Läufer wiederfand, der eine einstellige Nummer hatte (7). Der Neuschnee, der in der Nacht gefallen ist, hat also offenbar ordentliche Spuren hinterlassen. Doppelt bitter für Paris: Nach diesem enttäuschenden Rennen muss er das Rote Trikot des Führenden in der Abfahrtswertung abgeben und liegt nun 85 Punkte hinter der Spitze.

Christof Innerhofer schwingt bedient ab. © ANSA / CHRISTIAN BRUNA


Für Christof Innerhofer, der im Abschlusstraining noch der Schnellste war, gab es ebenfalls nichts zu holen: Er legte mit Nummer 20 los und war im oberen Teil rasant schnell unterwegs, doch in der ersten Gleitpassage verwandelte sich der minimale Vorsprung in einen hohen Rückstand, weshalb er am Ende den 17. Platz belegt. Ein gebrauchter Tag also für die Südtiroler Läufer. Bester Azzurro wurde Matteo Marsaglia als 12.
Französischer Wahnsinn
Für die große Show sorgten am Freitag andere – allen voran der Speed-Überflieger Aleksander Aamodt Kilde, der nach seinem Sieg am Lauberhorn in der vergangenen Woche auch am Hahnenkamm triumphierte. Somit schnappte sich der Freund von Mikaela Shiffrin auch das Rote Trikot in der Abfahrtswertung. Kilde ist in einer überragenden Form und fährt mit einer Lockerheit und einer Souveränität, die man im Speed-Bereich zurzeit bei keinem anderen Läufer findet.

Der Daumen ist oben bei Aleksander Aamodt Kilde. © ANSA / CHRISTIAN BRUNA


Für die Sensation sorgten aber zwei Franzosen. Johan Clarey raste mit seinen 41 Jahren auf Rang 2 und baute seinen Rekord aus: Einen älteren Skifahrer auf einem Weltcuppodest gab es noch nie. Auch der Österreicher Matthias Mayer freute sich über seinen dritten Platz, gab schon erste Stockerl-Interviews – doch dann kam ein gewisser Blaise Giezendanner: Mit der Startnummer 43 (!) ins Rennen gegangen, verdrängte der französische Underdog Mayer noch von den Top 3. Eine unglaubliche Leistung.

Weiter geht es in Kitzbühel am Samstag mit dem Slalom (10.15 Uhr / 13.45 Uhr), ehe am Sonntag eine weitere Abfahrt ansteht. Dann gibt es auch für Dominik Paris und Christof Innerhofer die Chance auf Wiedergutmachung.

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