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Manfred Mölgg ist bei den Fans sehr beliebt. Kehrt er nach der schweren Knieverletzung wieder auf die Ski-Bühne zurück? © Pentaphoto

Mölgg über seine Zukunft: „Entscheide in den nächsten Wochen“

Routinier Manfred Mölgg hat sich am Samstag im Riesentorlauf von Adelboden einen Kreuzbandriss zugezogen. Wie geht es mit dem 37-Jährigen jetzt weiter? Im SportNews-Gespräch stand der Enneberger Rede und Antwort.

Manfred Mölgg, wie geht es Ihnen?

Manfred Mölgg: „Gut, ich bin gerade heimgekommen. Am Sonntag wurde ich von Dr. Thomas Egger und Dr. Helmuth Volgger in der Brixsana operiert. Der Eingriff ist gut gegangen, sogar besser, als ich gedacht hatte. Jetzt muss ich schauen, wie das Knie in den nächsten Tagen reagiert.“


Wie haben Sie den verhängnisvollen Moment im Adelboden-Riesentorlauf in Erinnerung?

„Es war ein herrlicher Tag in Adelboden, ich durfte als Erster im zweiten Durchgang starten. Bei einer Schrägfahrt habe ich mit dem Knie nachgedrückt und dann ist es passiert: Ich habe einen extrem lauten Knall gehört und bin stehengeblieben. Mein Trainer und der Vater von Marcel Hirscher haben sich sofort um mich gekümmert. Komischerweise hatte ich keine großen Schmerzen, nur der Knall blieb mir im Kopf. Ehrlich gesagt habe ich mir das Video von der Szene noch nicht angeschaut.“


Was ist danach passiert?

„Einige Ärzte haben sich im Ziel mein Knie angesehen. Das Knie war stabil, deshalb wurde anfangs ein Meniskus-Problem vermutet. Als ich im Krankenhaus dann die Magnetresonanz gemacht habe, wurde jedoch ein Kreuzbandriss diagnostiziert.“

Zuletzt war Manfred Mölgg stark in Form. © Pentaphoto



War die Diagnose ein Schock für Sie?

„Schock würde ich es nicht nennen, man ist in gewisser Weise ja darauf vorbereitet. Und es gibt Schlimmeres als einen Kreuzbandriss. Es hat mir aber sehr Leid getan. Die ganze Arbeit, die ich letzthin gemacht habe, war umsonst. Ich bin in Zagreb und Madonna gut gefahren und war überhaupt in einer starken Form. Jetzt wären mit Wengen, Schladming und Kitzbühel die Hänge gekommen, auf denen ich mich besonders wohl fühle. Leider kann ich nun nicht zeigen, was ich dort draufhabe.“


In den letzten Stunden haben Sie sicher auch viele Genesungswünsche bekommen…

„Ja, extrem viele Athleten haben mir geschrieben, wie beispielsweise ein Marco Schwarz oder meine Teamkollegen. Weil ich bis gerade eben noch unter Narkose gestanden bin, habe ich es noch nicht geschafft, allen zu antworten (lacht). Ich möchte mich aber bei jedem bedanken, der an mich gedacht hat.“


Ein Kreuzbandriss zieht in der Regel rund ein halbes Jahr Genesungszeit nach sich. Die Saison ist für Sie also vorbei. Wird Manfred Mölgg danach mit dann 38 Jahren wieder auf die Ski-Bühne zurückkehren?

„Das wichtigste ist jetzt erst einmal, dass ich gesund werde. Das ist Priorität Nummer 1. Schon am Dienstag starte ich mit der Reha. Über die Zukunft will ich mir jetzt erstmal keine Gedanken machen.“


Im nächsten Jahr steht in Cortina die „Heim“-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Ist das ein zusätzlicher Anreiz, zurückzukommen?

„Sicher, die WM in Cortina ist ein Anreiz. Allerdings müsste ich da jenes Level erreichen, auf dem ich zuletzt unterwegs war. Wie gesagt: Ich werde abwarten und schauen, wie das Knie in den nächsten Wochen reagiert. Erst dann treffe ich eine Entscheidung über meine Zukunft.“


Fragen: Thomas Debelyak

Autor: det

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