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Matteo Guadagnini wurde vor die Tür gesetzt. © Pentaphoto

Ski-Ärger in Italien: „Das hat für mich wenig Sinn“

Dass es nach der Ski-Saison zu Reibereien kommt, ist nichts Neues. In diesem Jahr ist das nicht anders. Im Mittelpunkt steht ein Trainer und eine zweifelhafte Entscheidung.

Im Ski-Zirkus gibt es ein Trainerbeben ( die Geschichte hierzu gibt es auf s+ nachzulesen). Ein Fall hat in Italien besonders hohe Wellen geschlagen: Matteo Guadagnini ist nicht mehr Cheftrainer der Slalom-Damen. Vor 2 Jahren nahm der 60-jährige Fleimstaler die größte Ski-Baustelle bei den „Azzurre“ unter seine Fittiche und erzielte zwar keine überragenden Erfolge, aber es ging große Schritte nach vorne. Heuer hatten seine Damen mit großem Verletzungspech zu kämpfen. Seit Anfang der Woche steht fest: Guadagnini wird von der FISI nicht mehr benötigt und durch einen neuen Trainer ersetzt.


Das sorgt für Unverständnis – vor allem beim Trainer selbst, der im Interview mit Sciaremag.it durchaus raue Töne anschlägt. „Die FISI hat mir gesagt, dass es einen Wechsel braucht.“ Erklärungen, warum dieser Wechsel vollzogen wird, habe er vom italienischen Wintersportverband keine bekommen. „Mir wurde eine andere Tätigkeit angeboten, aber schauen Sie: Ich sage nicht einmal, was das war. Ich habe abgelehnt, denn wenn ich für das Slalom-Projekt der Damen nicht gut gehe, heißt das für mich, dass ich für die FISI insgesamt nicht mehr passe.“

Slalomteam als Sorgenkind
Ob er sich nach dieser Entscheidung schlecht gefühlt habe? „Ja, schon ordentlich. Für mich hat es wenig Sinn. Wir haben vor drei Jahren ein Slalom-Projekt der Damen begonnen und sind da sozusagen von Null gestartet. Nun steht die Olympiasaison vor der Tür. Nach diesen vier Jahren hätte ich es natürlich verstanden, wenn eine Analyse gemacht worden wäre. Das hätte ich dann sogar selbst gefordert, um zu wissen, ob so weitergemacht werden soll oder nicht.“ Die FISI ist dem Trainer jedoch zuvorgekommen und hat diese Analyse schon nach drei Jahren gemacht – das Ergebnis, sprich der Rauswurf, ist klar.

„Mir tut es leid, denn diese Gruppe ist gewachsen. Man hätte einfach ein bisschen mehr Geduld gebraucht“, so Guadagnini. Das Slalomteam der Damen war in den letzten Jahren das Sorgenkind im italienischen Ski-Lager. Heuer hat sich das nicht geändert: Mit Martina Peterlini (7. Platz in Jasna) und Irene Curtoni (8. Platz in Levi) gab es nur zwei Athletinnen, die je einmal in die Top 10 gefahren sind. Letztgenannte hat ihre Karriere nach dieser Saison beendet.

Schlagwörter: Wintersport

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