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Aleksander Aamodt Kilde & Co. liegen im Zwist mit dem eigenen Verband. © APA / SEAN M. HAFFEY

Ski-Zoff in Norwegen: „Das ist ein Diktat“

Noch vor dem Beginn der neuen Saison ist in Norwegen ein Streit entbrannt. Dabei geht es ums liebe Geld. Doch die Sachlage ist kompliziert – und somit schwer zu lösen.

Hierzulande ist es normal, dass die Ski-Cracks auf dem Helm ihren persönlichen Sponsor präsentieren. Für viele Sportler sind diese Einnahmen unverzichtbar, um die Karriere fortzuführen. In Norwegen ist das anders. Weil die Vermarktungsrechte streng geregelt sind, müssen Henrik Kristoffersen & Co. den Sponsor des Verbandes auf der Stirn tragen. Der Streit zwischen den Athleten und dem norwegischen Skiverband NSF beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Präsentation der Sponsoren. „Der Fall ist ganz einfach“, sagt der Anwalt Pål Kleven, der die Ski-Profis vertritt, gegenüber der Tageszeitung VG.


„Für den NSF ist es offensichtlich schwierig zu akzeptieren, dass er zusammen mit den Sportlern vereinbaren muss, wie viel von den Vermarktungsrechten der Athleten der Verband an die Sponsoren verkaufen kann“, fährt er fort. Kilde & Co. prangern nämlich an, dass die Bildrechte hinter ihrem Rücken und ohne Absprache verkauft wurden. Speziell geht es um den neuen Vertrag, den der Rechtsausschuss des NSF für die neue Saison ausgearbeitet hat. Weil die Athleten kein Mitspracherecht hatten, legten sie nun eine Beschwerde ein.

Kein Dialog – oder doch?

Eine der Bestimmungen des Vertrages besagt, „dass der Verband alle Arten von Bildern, den Namen, die Stimme und die Unterschrift des Athleten zur Erfüllung der Marketingvereinbarungen des Verbands unentgeltlich verwenden darf.“ Eine weitere Bestimmung erlaubt, dass „Sponsoren Bilder ohne Bezahlung an den Athleten verwenden können.“ Der große Knackpunkt ist jedoch ein anderer: Im sogenannten kommerziellen Handbuch ist festgehalten, welche Sponsoringverträge und damit welche Marketingverpflichtungen für die Athleten in den verschiedenen Sportarten gelten. „Hier ist vorgeschrieben, was von dem Sportler verlangt wird, und hier sollte der Dialog stattfinden“, sagt der NSF-Generalsekretär Øistein Lunde.

Lucas Braathen & Co. kämpfen um ihre Rechte. © APA/afp / LIONEL BONAVENTURE


Genau dieser Dialog sei aber nicht vonstatten gegangen. „Der Verband hat die Vereinbarung an die Athleten geschickt, mit der Aufforderung, sie zu unterschreiben. Das ist ein Diktat. Es ist das Gegenteil von Dialog und auf jeden Fall weit entfernt von den Verhandlungen, die der Rechtsausschuss beschlossen hat“, sagt Kleven. Lunde betont abschließend: „Es gibt einen fortlaufenden Prozess und Dialog mit den Athleten, um Lösungen zu finden. Wir halten es daher für nicht konstruktiv, die Behauptungen von Kleven in den Medien zu diskutieren.“

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