N Skispringen

Evelyn Insam wurde bei der Junioren-WM 2013 in Liberec Zweite

Evelyn Insam geht ihren eigenen Weg

Der italienische Wintersportverband FISI hat im Frühjahr die Damenmannschaft der Skispringerinnen aufgelöst. Der Plan: Die Athletinnen hätten sollen mit ihrer Sportgruppe trainieren. Evelyn Insam will das aber nicht – sie geht ihren eigenen Weg.

Die letzte Saison war für Evelyn Insam und Elena Runggaldier nicht sehr erfolgreich. Die beiden Hoffnungsträgerinnen im italienischen Team kamen nie so richtig in Schwung. Insam stand als bestes Ergebnis ein 17. Platz im japanischen Zao zu Buche, für Runggaldier schaute zwei Mal ein 24. Rang (Hinzenbach, Sapporo) heraus.

Dabei ist die Klasse der beiden Springerinnen nicht zu leugnen. Insam, vor zwei Jahren Vize-Weltmeisterin bei den Junioren, ließ bei den Olympischen Spielen in Sotschi mit einem fünften Platz aufhorchen. Runggaldier wurde vor vier Jahren Vizeweltmeisterin in Oslo. Doch im Spitzensport erinnert man sich nicht an gute Resultate von gestern oder vorgestern. Die Leistung, sie muss immer passen.

Aufgrund der durchwachsenen Saison zogen die Verantwortlichen im italienischen Verband die Reißleine, die Damenmannschaft wurde aufgelöst. Für Elena Runggaldier heißt das, dass sie künftig mit der Sportgruppe der Finanzwache trainieren wird. Doch das will Evelyn Insam nicht. Die 20-jährige Wolkensteinerin ist aus der Sportgruppe ausgetreten und will mit ihrem Privattrainer zusammenarbeiten.

Am Dienstag hat sie sich auf Facebook zu ihrem Schritt geäußert. „Im Frühling hat der Italienische Skiverband entschieden keine Nationalmannschaft mehr im Damenskispringen aufzustellen. Ich hätte deshalb die Trainingsideen der Finanzwache folgen müssen. Ich habe versucht gemeinsam mit dem Verband und der Finanzwache eine Lösung zu finden, es wurde mir aber nicht erlaubt einer Trainingsidee zu folgen, an die ich glaubte und mit der ich die Unterstützung der Finanzwache behalten hätte dürfen“, schreibt Insam.

Sie habe sich deshalb entschieden, ihren eigenen Weg zu gehen. „Ich liebe das Skispringen und habe große Träume. Ich werde kämpfen, um diese zu erreichen.
Es war keine leichte Entscheidung, schon gar nicht aus finanzieller Sicht, denn ohne Unterstützung des Verbandes und der Finanzwache werde ich alles selber zahlen müssen“, so Insam weiter.

Die Grödnerin danke der Finanzwache und allen, die dort arbeiten, für die Unterstützung in den vergangenen drei Jahren. Abschließend richtet sie ihren Appell an mögliche Sponsoren. „Ich würde mich riesig über jede Unterstützung freuen, die ich von euch Freunden und Fans haben kann, und bitte euch deshalb um den Gefallen die Nachricht an andere weiterzuleiten die vielleicht Interesse haben mich zu unterstützen.“

Insam und Runggaldier haben sich also – jede auf ihre Art und Weise – mit der aktuellen Situation arrangiert. Man darf gespannt sein, ob sie in der kommenden Saison in die Erfolgsspur zurückfinden.

Autor: sportnews