N Skispringen

Ryoyu Kobayashi hat in Planica zum Auftakt gewonnen. © APA/afp / JURE MAKOVEC

Kobayashi-Sieg in Planica wird zur Nebensache

Der Skiflug-Weltcup wurde vom Japaner Ryoyu Kobayashi gewonnen – doch das war nur Nebensache. Nach einem heftigen Sturz von Flug-Champion Daniel Andre Tande (Norwegen) sind die Beteiligten in Planica geschockt. Für den Norweger gibt der Weltverband Fis schnell eine erste Entwarnung.

Daniel Andre Tande segelte quer und unkontrolliert durch die Luft, dann knallte er mit hoher Geschwindigkeit auf den Vorbau der Skiflugschanze in Planica. Es waren schlimme Bilder von einem üblen Sturz, die den ersten Wettkampftag beim großen Saisonfinale der Skispringer überschatteten. Tande, der nach dem Aufprall reglos den extrem steilen Hang herunterrutschte, musste noch an der Schanze notversorgt und dann per Helikopter ins Krankenhaus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana gebracht werden.


Dort sollen nun weitere Tests und Behandlungen durchgeführt werden, hieß es vom Skiweltverband FIS. Der folgende sportliche Wettbewerb, den der Japaner Ryoyu Kobayashi (235,5 und 244,5 Meter) für sich entschied, geriet zur Nebensache. Das deutsche Duo Markus Eisenbichler (232,5 und 238,5 Meter) und Karl Geiger (224,5 und 238 Meter) schaffte es auf die Ränge zwei und drei. „Wichtig ist erstmal, dass es dem Daniel Andre Tande gut geht. Es war echt ein schlimmer Sturz“, ordnete Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF ein.

Der Gesundheitszustand des 27 Jahre alten Tande sei „stabil“, hieß es von der FIS am späten Nachmittag. Auch Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl war nach dem Unfall seines Schützlings im Probedurchgang schockiert. „Es ist schwer mitanzusehen, wenn ein Springer Luft unter die Skier bekommt und sich dreht. Man kann nur auf das Beste hoffen, dass alles in Ordnung ist mit ihm. Das ist das Wichtigste“, sagte der Österreicher Stöckl dem norwegischen Rundfunk NRK. Weitere Details gab es zunächst nicht.

Tande verlor direkt nach dem Absprung, den sein Coach Stöckl noch als „schön und mit viel Energie“ bezeichnete, das Gleichgewicht und geriet massiv in Schieflage. Auf der Riesenanlage im slowenischen „Tal der Schanzen“ hatte Tande danach keine Chance. Er verschränkte die Arme noch im Flug vor der Brust und versuchte, das Schlimmste abzuwenden. Die Bilder von Tande, der als Einzel-Weltmeister von 2018 und Team-Weltmeister von 2020 einer der besten Flieger weltweit ist, waren auch für TV-Zuschauer bestürzend.

Autor: dpa

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210