h Nordamerika

Thomas Di Pauli – in Kaltern aufgewachsen, bald in der NHL? © NHL.com

Ein Kalterer auf dem Sprung in den Eishockey-Olymp

Der Name Thomas Di Pauli dürfte nicht allzu vielen Südtiroler Eishockey-Fans etwas sagen. Dabei ist der in Kaltern aufgewachsene Crack drauf und dran, in der besten Liga der Welt sein Debüt zu machen.

Spricht man Thomas Di Pauli auf seine Kalterer Vergangenheit an, kommt er leicht ins Schwärmen. „Was ich sehr vermisse? Mit den Jungs nach dem Training in der Eisbar ein Schnitzel zu essen“, sagt der heute 25-Jährige mit einem Schmunzeln. Di Pauli, Sohn eines Kalterers und einer US-Amerikanerin, wurde in Südtirol geboren und wuchs in Kaltern auf. Seine ersten Schritte als Eishockey-Spieler machte er im Dress der Kalterer Hechte. Schon damals sah man, dass der Junge große Fähigkeiten hat – und das nicht nur, weil er mit der U12 der Hechte und später auch mit der U14 des HC Bozen den Italienmeistertitel holen konnte.

Seine Zeit in Kaltern ging aber früh zu Ende. Im Jugendalter zog es Di Pauli mit seiner Familie in die USA, dem Geburtsland seiner Mutter Christina. Obwohl der Schritt vom 8.000-Seelen-Dörfchen Kaltern hinein in das große Amerika ein sehr großer war, fand sich Di Pauli sofort zurecht – vor allem auf der Eisfläche. Nicht verwunderlich, dass die Erfolgskurve des Linksschützen prompt steil nach oben verlief. Sprich: Einberufung in die U-Nationalmannschaften der USA, Weltmeistertitel mit dem U18-Team und schließlich der Höhepunkt, als er 2012 vom NHL-Team Washington Capitals gedraftet wurde.

Der große Durchbruch blieb bisher verwehrt
Damit hat Di Pauli die Tür zur NHL, der besten Eishockey-Liga der Welt, einen Spalt weit aufgestoßen, bisher war es ihm aber noch nicht gelungen, in den Hockey-Olymp einzutreten. Über das Universitätsteam von Notre Dame landete er bei den Pittsburgh Penguins, die zwar ebenfalls in der NHL spielen, Di Pauli aber stets an das eigene Farmteam verliehen. In den letzten drei Jahren spielte der Kalterer also in der American Hockey League, wo er für Wilkes-Barre/Scranton Penguins 108 Spiele absolviert und 37 Punkte erzielt hat.

Di Pauli bejubelt den Weltmeistertitel mit der U18 der USA.


Ein großer Grund, warum es für Di Pauli noch nicht für den großen Sprung in die beste Liga der Welt gereicht hat, ist sein Verletzungspech. Bestes Beispiel vergangene Saison. „Im ersten Halbjahr hatte ich gutes Eishockey gespielt, dann habe ich mich aber verletzt und den Rest der Saison verpasst“, so Di Pauli im Gespräch mit SportNews .

„Wenn ich eine Saison lang gesund bleibe, habe ich das Zeug, in der NHL zu spielen.“
Thomas Dipauli

Dass man vom Kalterer, der sowohl den italienischen als auch den US-amerikanischen Pass besitzt, in Pittsburgh trotz der vielen Verletzungen große Stücke hält, wurde heuer im Sommer ersichtlich, als die Penguins seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängert haben – Jahresgehalt: 700.000 Dollar. „Ab Sonntag werde ich mit dem NHL-Team ins Trainingslager gehen. Dort will ich unbedingt einen bleibenden Eindruck hinterlassen und alles dafür geben, um einen Platz im Kader zu erhalten“, gibt sich Di Pauli kämpferisch. Er weiß: „Wenn ich eine Saison lang gesund bleibe, habe ich das Zeug, in der NHL spielen zu können. Heuer wird mein Jahr.“

Beim 25-Jährigen dreht sich den ganzen Tag alles ums Eishockey. „Um bestmöglichst auf Spiele und Trainings vorbereitet zu sein, halte ich einen Diätplan ein und mache viel Yoga“, so Di Pauli, der an der Universität in Notre Dame einen Abschluss in Marketing gemacht hat.
Fischen am Kalterer See und ein großes Versprechen
Obwohl Di Pauli mittlerweile als Profi in den USA voll verankert ist, denkt er immer wieder gerne an seine Zeit in Südtirol zurück. „In Kaltern aufzuwachsen, war das aufregendste, was mir als Kind passieren konnte“, schwärmt der Eishockey-Crack, der gleich ein großes Versprechen mitgibt: „Eines Tages, nach einer schönen Karriere hier in den USA, will ich meine Laufbahn als Eishockey-Spieler bei Kaltern ausklingen lassen.“

Thomas Di Pauli will sich seinen Traum von der NHL erfüllen. © Twitter


Welche Erinnerungen er an seine alte Heimat hat? „In Erinnerung sind mir die großartigen Freundschaften und die tollen Leute in Kaltern geblieben“, so Di Pauli, der unbedingt wieder einmal im Überetscher Dorf vorbeischauen möchte. „Einfach nur, um mit meinen Kindheitsfreunden am Kalterer See fischen zu gehen oder eine Wanderung durch Altenburg zu machen. Diese Sachen vermisse ich.“

Bevor Di Pauli aber wieder einmal nach Kaltern kommen wird, will er sich seinen Traum von der NHL erfüllen. Sollte er heuer tatsächlich sein Debüt für Pittsburgh (übrigens fünffacher Stanley-Cup-Sieger) geben, dann weht in der besten Eishockey-Liga der Welt künftig auch ein kleiner Hauch an Kalterer Flair mit.

Autor: thomas debelyak

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2019 Sportnews - IT00853870210