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Lionel Messi steht vor einer ungewissen Zukunft. © ANSA / Alejandro Garcia

Diesmal gibt es kein Zurück: Das sind Messis Optionen

Er ist nach Vertragsende beim FC Barcelona ablösefrei, leisten können sich den sechsmaligen Weltfußballer Lionel Messi aber nur wenige Vereine.

Sein bisheriger Arbeitgeber ist laut Angaben von Präsident Joan Laporta nicht darunter. Laporta hat die frühere Führung des spanischen Topclubs für die Trennung von Messi verantwortlich gemacht. „Wir haben ein furchtbares Erbe angetreten“, sagte Laporta am Freitag vor Journalisten in Barcelona. Die finanzielle Lage des Vereins sei aufgrund des „katastrophalen Managements“ der vergangenen Jahre so schlecht, dass man bei einer Weiterverpflichtung von Messi nicht die Vorgaben der spanischen Liga hätte erfüllen können.


Auf die Frage eines Journalisten, ob bezüglich eines Barcelona-Verbleibes bereits das letzte Wort gesprochen worden sei, sagte Laporta vieldeutig: „Ich will keine falschen Hoffnungen wecken.“ Barcas Präsident betonte aber, dass die Verhandlungen zu Ende seien. Man hätte sie nicht in die Länge ziehen können, weil Messi so kurz vor Beginn der neuen Saison auch Zeit haben müsse, sich einen neuen Verein zu suchen.

Barca-Präsident Juan Laporta sprach ein Machtwort. © APA/afp / PAU BARRENA

Mit Manchester City und Paris Saint-Germain werden vor allem zwei Clubs als mögliche Destinationen für den 34-jährigen Argentinier genannt. Das sind Messis Optionen:
Manchester City
Das Geld ist da. Selbst wenn der Club, der mehrheitlich der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi gehört, erst am Donnerstag die angeblich 100 Millionen Pfund (117 Mio. Euro) schwere Ausstiegsklausel für den englischen Nationalspieler Jack Grealish von Aston Villa aktiviert hat. Finanziell muss man sich um ManCity keine Sorgen machen. Allerdings soll auch Tottenhams Stürmerstar Harry Kane ante portas stehen. In der City-Offensive würde es damit langsam eng werden.

In Manchester könnte Messi (links) wieder mit seinem Lieblingstrainer Guardiola zusammenarbeiten. © apa/epa / ALESSANDRO DELLA BELLA

Für die „Citizens“ spricht allerdings ein Trainer, der Messi bestens kennt – und umgekehrt. Mit Pep Guardiola gewann der Argentinier 2009 und 2011 bei Barcelona unter anderem zweimal die Champions League. ManCity soll bereits im Sommer 2020 Messis erste Wahl gewesen sein, als dieser nach Unstimmigkeiten mit der damals amtierenden Clubführung Barcelona schon einmal verlassen wollte.
Paris Saint-Germain
Auch hier gilt vor allem eines: Geld ist ausreichend vorhanden. Der Club gehört ebenfalls schwerreichen Scheichs aus Katar, die vor allem eines wollen: Erfolg für ihre Investitionen. Laut einem Bericht von „The Athletic“ soll Messi am Donnerstagabend, als sein Aus bei Barcelona verlautbart wurde, selbst zum Hörer gegriffen haben, um seinen Landsmann und PSG-Coach Mauricio Pochettino anzurufen.

In Paris könnte Messi (links) wieder mit seinem Freund Neymar zusammenspielen. © APA/afp / MAURO PIMENTEL

Was für PSG sprechen würde: Messis Wiedervereinigung mit seinem ehemaligen Barcelona-Sturmpartner Neymar. Auch sein Landsmann Angel di Maria ist bei den Parisern engagiert. Priorität soll bei PSG aber laut französischen Medienberichten ein neuer Vertrag für Stürmerstar Kylian Mbappe haben. Der französische Weltmeister ist nur noch bis kommenden Sommer gebunden – und mit 22 zwölf Jahre jünger als Messi. Konkurrenz von Real Madrid im Kampf um Mbappes Unterschrift will PSG tunlichst vermeiden.
FC Barcelona
Einige Beobachter in Spanien behaupten, dass das angekündigte Ende der Messi-Ära ein großer Bluff des FC Barcelona ist. Dieser wolle mit der Ankündigung, dass der größte Star der Liga wegen finanzieller Vorgaben eben diese verlassen müsse, Druck ausüben, dass die Regeln aufgeweicht werden. In Spanien wird für jeden Club ein Gehaltsrahmen festgelegt, der sich an Einnahmen und Ausgaben orientiert. Jener für Barcelona war infolge der wirtschaftlichen Probleme des Vereins in Folge der Corona-Krise im Vorjahr fast auf die Hälfte reduziert worden.

Die Barca-Fans sind am Boden zerstört. © APA/afp / PAU BARRENA

„Ich will keine falschen Hoffnungen wecken“, antwortete Laporta am Freitag auf die Frage, ob bezüglich eines Messi-Verbleibes bereits das letzte Wort gesprochen sei. Ausgeschlossen ist es nicht – nach den jüngsten Wortmeldungen erscheint das Szenario einer neuerlichen Wende in der Saga aber weniger realistisch. „Der Club steht über allem“, sagte der Barca-Präsident. „Sogar über dem besten Spieler der Welt.“ Mit der Darstellung, die Regeln der spanischen Liga seien nach 21 Jahren Schuld am Abgang, können in jedem Fall beide Seiten ihr Gesicht wahren. „Ich bin traurig, aber gleichzeitig bin ich auch davon überzeugt, dass wir das getan haben, was im besten Interesse des Vereins ist.“
Die USA
Jüngst weilte Messi mit seiner Ehefrau und den drei Söhnen in Miami auf Urlaub. Der dortige Club namens Inter gilt aber auch als mögliche Anlaufstelle. Zumindest wurde darüber spekuliert, ehe die Verhandlungen mit dem FC Barcelona endgültig gescheitert sind. Dass der Club von David Beckham zum jetzigen Zeitpunkt von Messis Karriere aber bereits eine ernsthafte Option ist, darf bezweifelt werden. Messi hat sich nach dem Gewinn der Copa America, seinem ersten großen Titel mit Argentinien, in diesem Sommer auch die WM Ende 2022 in Katar zum Ziel gesetzt. Ob die Major League Soccer (MLS) seinen Ansprüchen schon davor genügt – fraglich.

Eine weitere Variante wäre, nach Manchester City irgendwann auch noch in den USA zu spielen. Der New York City FC verfügt über hat dieselben Mehrheitseigentümer wie der englische Meister. Laut Angaben des US-Senders ESPN könne Messi bei einer Vertragsunterschrift für City jederzeit von Manchester nach New York wechseln, wann immer er selbst das wolle.

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