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Das Spiel zwischen Barcelona und Real steht im Schatten politischer Unruhen. © APA/afp / JOSEP LAGO

Mehr Augenhöhe geht nicht

Vor dem Clasico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid am Mittwoch (20.00 Uhr) im Camp Nou steht traditionell nicht nur der sportliche Aspekt im Fokus. Das Aufeinandertreffen der beiden Fußball-Erzrivalen lässt auch regelmäßig die politischen Wogen hochgehen, doch diesmal sind die Emotionen besonders groß.

Eigentlich hätte die Partie schon am 26. Oktober stattfinden sollen, allerdings wurde die Partie nach Unruhen in Katalonien wegen der Gerichtsurteile gegen neun Separatistenführer verschoben. Das sorgte sowohl bei Real als auch bei Barca für Unverständnis. „Wer sagt, dass die Lage jetzt anders ist? Die Leute bleiben dieselben“, sagte Barcelonas Gerard Pique.

Die katalanische Separatistengruppe „Tsunami Democratic“ hat rund um das Spiel Proteste angekündigt, rund 3.000 Polizisten sollen für Sicherheit sorgen. Um wegen der Demonstrationen nicht zu spät ins Stadion zu kommen, checken beide Teams bereits Stunden vor dem Anpfiff im selben Hotel in unmittelbarer Nähe des Camp Nou ein.

Inmitten der aufgeheizten Situation waren die Akteure beider Teams bemüht, mit ihren öffentlichen Statements kein zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen. „Es wird ein interessantes Spiel, alle zwei Teams sind in guter Verfassung“, sagte Barcelona-Stürmer Lionel Messi. Ähnlich äußerte sich Real-Kapitän Sergio Ramos. „Ein Clasico ist immer ein eigenes, besonderes Spiel. Wir wollen drei Punkte, aber es wird schwierig, weil beide in Form sind“, meinte der spanische Innenverteidiger.

Barca und Real in der Tabelle punktgleich
Allerdings mussten sich sowohl Real als auch Barca am Wochenende jeweils auswärts mit Unentschieden begnügen. Der Rekordchampion aus Madrid holte beim Achten Valencia durch einen Last-Minute-Treffer von Karim Benzema ein 1:1, das Gastspiel des Titelverteidigers beim Sechsten Real Sociedad endete mit einem 2:2.

Dadurch liegen die Konkurrenten in der Tabelle nach Punkten weiterhin gleichauf, die Katalanen haben nur aufgrund der um zwei Treffer besseren Tordifferenz die Nase vorn. Dafür spricht die Bilanz der Vorsaison klar für die Gastgeber: In den inklusive Cup vier Clasicos gab es bei einem Remis gleich drei Barcelona-Siege.
Barcelona hauchdünner Favorit?
Eines steht vor dem Derby jedenfalls fest: Mehr Ausgeglichenheit geht nicht. Neben dem Kopf-an-Kopf-Rennen im spanischen Oberhaus verrät auch die Gesamtbilanz des Clasicos keinen klaren Favoriten. In 178 Ligaduellen konnten beide Teams jeweils 72 Mal gewinnen, die restlichen 34 Partien endeten Unentschieden.

Einzig die Heimstatistik dürfte die Blaugrana eine Nasenspitze näher an die Favoritenrolle bringen. Starke 50 Siege stehen 20 Pleiten für Barca vor heimischer Kulisse gegen den Erzfeind zu Buche. Zudem sind Messi & Co. seit sechs Clasicos ungeschlagen. „Wir wissen, dass sie Messi haben. Aber auch wir haben unsere Waffen“, gab sich Real-Trainer Zinedine Zidane vor dem Spiel selbstbewusst.

Autor: dl/dpa

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