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Lamberto Zauli gibt künftig beim FC Südtirol die Marschrichtung vor. © Juventus

System, Taktik, Strategie: Dafür steht der neue FCS-Trainer

Der neue Trainer des FC Südtirol heißt Lamberto Zauli. Der 50-Jährige tritt bei den Weißroten die Nachfolge von Ivan Javorcic an, zu dem es durchaus Ähnlichkeiten gibt.

Parallel zu den ersten Gerüchten um einen Javorcic-Abschied aus Südtirol, tauchte der Name Lamberto Zauli auf. Viele FCS-Fans dürften fragend reagiert haben, immerhin hat der Römer keinen klingenden Namen im italienischen Trainerzirkus. Als Spieler war das anders, denn Zauli war aufgrund der spielerischen Ähnlichkeiten mit dem französischen Superstar als der „Zidane der Serie B“ bekannt. Doch wofür steht Zauli als Trainer und kann ein Serie-B-unerfahrener Trainer wirklich der Richtige für den FC Südtirol der Premierensaison in der zweiten Liga sein?


Javorcic hat den FC Südtirol in die Serie B geführt. Auch er war vor einem Jahr ein ziemlich unbekannter, wenngleich nicht unerfahrener Trainer. Dasselbe trifft auf Zauli zu, der schon über ein Jahrzehnt auf verschiedensten Trainerbänken verbracht hat. 2015/16 arbeitete er bei Santarcangelo ein Jahr lang mit Paolo Bravo zusammen. Am längsten hielt es ihn bei Juventus, wo er die letzten drei Jahre lang angestellt war. Zunächst als Primavera-Trainer (2019/20), danach zwei Spielzeiten lang als Übungsleiter der U23 in der Serie C. Die Turiner wollten ihn auch unbedingt halten, doch Zauli hat sich für den FC Südtirol entschieden. Jetzt hat er einen Einjahresvertrag unterschrieben und wird mit den Weißroten die erste Serie-B-Saison in Angriff nehmen. Trainer und Verein betreten Neuland.

Zaulis Stil ist flexibel
Zauli ist kein dogmatischer Trainer. Er kann sich exzellent auf Einflüsse von außen einstellen – das hat er bei Juventus bewiesen. In der U23 kamen wöchentlich andere Spieler zum Einsatz, doch der Erfolg war da. Im Playoff scheiterte man erst im Viertelfinale – aufgrund der schlechteren Tabellenposition in der Meisterschaft – an Padova. Im Vorjahr konnte er mit den Bianconeri den Serie-C-Pokal gewinnen.

Taktisch ist Zauli variabel. Ähnlich wie Javorcic setzt Zauli auf viel Ballbesitz und einen gepflegten Spielaufbau aus der Abwehr heraus. Die Formation steht nicht im Vordergrund. Früher ließ Zauli gerne mit Dreierkette (3-4-3) verteidigen, seine Juve-U23 lief heuer im 4-4-2 oder 4-3-3 auf. Er lässt modernes Gegenpressing praktizieren, ohne die klassisch italienischen Tugenden der Strafraumverteidigung zu verabscheuen. Kurzum: Zauli ist Trainer, der von seinem Profil her gut als Javorcic-Nachfolger passt.

Ob die mangelnde Erfahrung in der Serie B eine Rolle spielt? Wohl kaum. Zauli ist lange genug Trainer, um die Mechanismen einer Fußballmannschaft zu kennen. Mit Leandro Greco bekommt er vom FCS einen ambitionierten Co-Trainer zur Verfügung gestellt, der den Verein kennt und zeitgleich keine Ambitionen auf den Cheftrainer-Sessel hegt – schon alleine deshalb, weil ihm die nötige Trainerlizenz fehlt.

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