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Für Andrea Agnelli entwickelt sich das Ausrufen der Super League zum Desaster. © ANSA / Roberto Bregani / FTJ

Aus für Super League: „Glaube nicht, dass das Projekt noch läuft“

Nur wenige Stunden nach dem Ausrufen der neuen Super League bröckelt das Fundament. Zahlreiche Mannschaften haben ihren Rückzug verkündet. Jetzt hat Mitinitiator Andrea Agnelli das Aus verkündet. Doch die Super League entwickelt sich zum Super-GAU.

„Man kann kein Turnier mit nur sechs Mannschaften austragen“, sagte Agnelli am Mittwoch und kündigte an, dass eine Super League in dieser Form wohl nicht möglich sei. Als Grund nannte der Juventus-Präsident das Ausscheiden der sechs Vereine aus England. „Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass das Projekt in der geplanten Form durchgeführt werden kann. Zu sechst ist es unmöglich.“ Da wusste Agnelli noch nicht, dass sich kurze Zeit später auch Atletico Madrid,Inter und Milan zurückziehen werden. Übrig bleiben bis dato: Juventus, Real Madrid und der FC Barcelona.


Das Ausrufen der Super League hatte auf der ganzen Welt für massive Proteste gesorgt. Auch zahlreiche Stars der Fußballszene haben sich dem Protest angeschlossen – ob in den Sozialen Medien, oder auch bei Demonstrationen vor Ort. So nahm die Torhüterlegende Petr Cech am Dienstag an einem Protestaufmarsch der Chelsea-Fans teil. Der Verein gab daraufhin seinen Rückzug aus der Super League bekannt.

Aktien-Absturz und Fan-Proteste: Super-GAU für Juventus
Für Juventus entwickelt sich die Super League zum Super-GAU. Die Vereinsaktie stürzte an der Börse um 11 Prozent ab und ist jetzt nur noch 77 Cent wert. Der Imageschaden ist enorm und die Zustimmung an dem Projekt tendiert gegen null. Die Fans der Turnier protestierten heftig und warfen Agnelli die Beschmutzung der glorreichen Vereinsgeschichte vor. Vor dem Stadion hängen mehrere Banner, die die Wut der Tifosi zum Ausdruck bringen. Eine Meldung aus Spanien und England, wonach Agnelli als Juventus-Chef zurückgetreten sei, erwies sich als falsch.

Der italienische Verbandsboss Gabriele Gravina schloss in jedem Fall aus, dass Super-League-Klubs an der Serie A teilnehmen können. UEFA-Chef Aleksandar Ceferin öffnete den abtrünnigen Klubs eine Tür. „Man kann einen Fehler begehen, aber man muss ihn eingestehen. Dann können wir alle gemeinsam neu starten.“

Die Protest-Banner der Juventus-Tifosi. © ANSA / Tino Romano

Der letzte Mohikaner scheint Florentino Perez zu sein. Der mächtige Präsident von Real Madrid gibt sich trotz des Rückzugs mehrerer Vereine zuversichtlich: „Wir werden im August starten, hoffen aber auf ein Übereinkommen mit der UEFA. Die Super League wird den Fußball retten.“ Sein Trainer Zinedine Zidane gibt sich zurückhaltend: „Was ich zur Super League sage? Das ist nicht meine Entscheidung, sondern jene des Präsidenten.
„Ich bin nicht überrascht.“
Torino-Chef Urban Cairo

Schadenfroh blickt Urban Kairo zum Stadtrivalen Juventus. Der Torino-Boss glaubt nicht daran, dass die Super League jemals starten wird. „Ich bin nicht überrascht, dass die Super League schon jetzt am Ende ist. Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, dass dieses Projekt so ein Ende nimmt. Die Liga wird niemals starten“, wird Cairo im Corriere della Sera zitiert.

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