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Mesut Özil verabschiedet sich von der DFB-Auswahl. © APA/afp / LUIS ACOSTA

Mesut Özil verkündet Rücktritt: „Gefühl von Respektlosigkeit“

Mesut Özil will nicht mehr für das deutsche Fußball-Nationalteam spielen. Der Weltmeister von 2014 tritt wegen der Nachwirkungen des Eklats um seine Fotos mit dem türkischen Staatschef Erdogan zurück. Seine Erklärung via Twitter ist unmissverständlich und bringt DFB-Boss Grindel in Bredouille.

Der 29-Jährige gab die Entscheidung am Sonntag in einer Erklärung über Twitter bekannt und zog damit die Konsequenzen aus der Affäre um die umstrittenen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor der WM. Zuvor hatte Özil den Deutschen Fußball-Bund und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel für den Umgang mit ihm kritisiert.

Özil beklagt Rassismus

„Mit schwerem Herzen und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre“, schrieb Özil.

Auslöser des Wirbels um Özil waren Bilder mit Erdogan bei einer Veranstaltung im Mai in London. In der Debatte, die vor und während der Weltmeisterschaft immer schärfer wurde, ging es bald auch um die Integration von Migranten und ihrer Nachkommen und um Fremdenhass. Während sich Nationalspieler Ilkay Gündogan, der sich ebenfalls mit Erdogan fotografieren ließ, kurz darauf äußerte, hatte Özil über Wochen geschwiegen. „Das Vorgehen war mit Grindel abgesprochen. Gleichzeitig prangerte er mich in der Öffentlichkeit an“, so Özil.
„Nicht das Deutschland, auf das ich stolz bin“
Die Diskussion hatte die WM-Vorbereitung der Nationalmannschaft überschattet und war auch während des Turniers in Russland ein Störfaktor. Nach dem Spiel gegen Schweden wurde Özil von eigenen Fans sogar übel beleidigt. Laut Deutschlands Nummer 10 habe ein Zuschauer „Özil verpiss dich, du scheiß Türkensau“ gerufen. Dazu kämen unzählige Drohbriefe, beleidigende Mails und Social-Media-Kommentare. Özil sagt klar: „Das ist ein Deutschland aus längst vergangenen Zeiten, eines auf das ich nicht stolz bin.“

Nach dem erstmaligen Aus der Nationalmannschaft in einer WM-Vorrunde hatten Teammanager Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Grindel zuletzt gefordert, Özil solle sich öffentlich erklären. Beiden wurde daraufhin vorgeworfen, sie würden den 29-Jährigen zum Sündenbock für das Scheitern machen.

92 Länderspiele, Welt- und U21-Europameister

Unter Joachim Löw galt Özil bis zur WM 2018 als einer der Lieblingsspieler des Bundestrainers. Insgesamt bestritt Özil 92 A-Länderspiele für den DFB und wurde mit dem Team 2014 in Brasilien Weltmeister. Fünf Jahre zuvor hatte er mit der deutschen U21 den EM-Titel gefeiert.

Bei der WM in Russland wurde Özil nach dem 0:1 gegen Mexiko zum Auftakt heftig kritisiert. Im zweiten Gruppenspiel beim 2:1 gegen Schweden ließ Löw ihn erstmals bei einem Turnier auf der Ersatzbank. Gegen Südkorea gehörte Özil dann wieder zur Startelf, konnte trotz einer guten Leistung das 0:2 und das WM-Aus aber nicht verhindern.

Hier die Twitter-Erklärung von Mesut Özil:

Autor: dpa/fop

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